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Wegen Hurrikan "Dorian":Trump sagt Polen-Besuch ab

  • US-Präsident Trump wird wegen eines auf die USA zusteuernden Hurrikans nicht nach Polen reisen. Anstelle Trumps wird Vizepräsident Pence treten.
  • In Polen finden am Wochenende Gedenkveranstaltungen zum Ausbruch des Zweiten Weltkriegs statt.
  • Zuvor hatte der Gouverneur von Florida, Ron DeSantis, für den ganzen Bundesstaat den Notstand ausgerufen.

US-Präsident Donald Trump hat wegen des herannahenden Hurrikans Dorian seine fürs Wochenende geplante Reise nach Polen abgesagt. Er habe dies telefonisch auch dem polnischen Präsidenten Andrzej Duda erklärt, teilte ein Sprecher des Weißen Hauses mit. Für Trump werde stattdessen Vizepräsident Mike Pence einspringen.

In Polen sollte Trump mit seinem polnischen und seinem deutschen Kollegen, Andrzej Duda und Frank-Walter Steinmeier, an den Gedenkfeierlichkeiten zum Ausbruch des Zweiten Weltkrieges teilnehmen. Die Reise sollte mit einem Dänemark-Besuch verbunden werden, den Trump bereits vor einigen Tagen mit Hinweis auf einen Streit über einen Kauf Grönlands abgesagt hatte.

Hurrikan Dorian sammelt derzeit über dem westlichen Atlantik Kraft und soll vermutlich am Sonntag oder Montag auf die Südostküste der USA treffen. Meteorologen gehen davon aus, dass Dorian als sehr kraftvoller Hurrikan auf Land treffen wird. Trump rief die Bewohner an der Südostküste des Landes dazu auf, sich für Dorian zu wappnen. Er appellierte an die Menschen vor Ort, sich auf den Sturm vorzubereiten und den Anweisungen der Behörden zu folgen. "Es wird ein sehr großer Hurrikan, vielleicht einer der größten!", mahnte der Präsident auf Twitter.

Windgeschwindigkeiten von 170 Kilometern pro Stunde

Der Hurrikan Dorian steuert derzeit auf die US-Küste zu. Seine Ankunft dort wird am Wochenende erwartet. Am späten Donnerstagabend Ortszeit erreichte der Wirbelsturm nach Angaben des Nationalen Hurrikan-Zentrums in Miami Windgeschwindigkeiten von 170 Kilometern pro Stunde. Er ist damit auf der Skala von 1 bis 5 ein Hurrikan der Kategorie 2.

Der Leiter des Hurrikan-Zentrums, Ken Graham, sagte am Donnerstag, nach jetzigem Stand sei zu erwarten, dass sich der Sturm bis zur Ankunft an der US-Küste zu einem Hurrikan der Stärke 4 entwickeln könnte. Ein solcher Sturm wird meist von heftigen Regenfällen und gefährlichen Windböen von mehr als 200 Kilometern pro Stunde begleitet.

Florida hatte am Mittwoch vorsorglich den Notstand ausgerufen. "Jeder Einwohner von Florida sollte für mindestens sieben Tage Vorräte haben, darunter Essen, Wasser und Medizin sowie einen Plan für den Katastrophenfall", erklärte Gouverneur Ron DeSantis. Darüber hinaus erklärte Trump auch für die in der Karibik liegenden Amerikanischen Jungferninsel den Notstand, um auch für das US-Außengebiet mehr Hilfe leichter zugängig zu machen.

Puerto Rico blieb von dem Hurrikan weitgehend verschont

Die Insel Puerto Rico blieb von dem Hurrikan - anders als ursprünglich befürchtet - weitgehend verschont. Der Sturm traf nicht direkt auf das karibische US-Außengebiet, sondern zog weiter östlich nahe an den Jungferninseln vorbei. Größere Schäden wurden in Puerto Rico nicht gemeldet. Entgegen einer vorherigen Anordnung sollten die Schulen am Donnerstag öffnen und öffentliche Bedienstete zur Arbeit kommen, sagte Gouverneurin Wanda Vázquez.

Trump schrieb auf Twitter, Puerto Rico sei in gutem Zustand, nachdem der Sturm eine andere Route eingeschlagen habe als ursprünglich erwartet. Florida müsse sich aber bereit machen für den Hurrikan. Das Hurrikan-Zentrum warnte, der Sturm könnte neben Florida auch die Bundesstaaten Georgia und South Carolina treffen. Dorian trifft die USA an einem verlängerten Wochenende - am Montag ist dort ein Feiertag.

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