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World Series in Washington:"Sperrt ihn ein!" - Trump bei Baseballspiel ausgebuht

  • US-Präsident Trump steht wegen der Impeachment-Ermittlungen der Demokraten unter Druck.
  • Nun wird er beim Besuch eines Baseball-Spiels in Washington ausgebuht. Von den Rängen skandieren die Fans: "Sperrt ihn ein!"

Zum ersten Mal seit 18 Jahren ist ein US-Präsident zu Gast bei der Finalserie der nordamerikanischen Baseball-Liga (MLB) - doch der Empfang für Donald Trump fiel alles andere als herzlich aus. Als er am Sonntagabend (Ortszeit) auf dem Großbildschirm des Stadions in der US-Hauptstadt Washington zu sehen war, ertönten laute Buh-Rufe aus dem Publikum. Zuschauer skandierten außerdem "Sperrt ihn ein!" - wohl ein Verweis auf die Vorermittlungen zu einem möglichen Amtsenthebungsverfahren gegen den Präsidenten. Anhänger Trumps rufen bei seinen Kundgebungen oft den Slogan "Sperrt sie ein!", der sich gegen seine ehemalige demokratische Rivalin Hillary Clinton richtet.

Washington ist eine Hochburg der US-Demokraten. Bei seiner Wahl 2016 holte Trump in dem Hauptstadt-Bezirk 4,1 Prozent der Stimmen - so wenig wie kein republikanischer Kandidat vor ihm. Trump besuchte das fünfte Spiel der Best-of-Seven-Serie zwischen den Washington Nationals und den Houston Astros. Die Astros entschieden das Match für sich, liegen nun 3:2 in Führung und brauchen nur noch einen Sieg, um die World Series zu gewinnen.

Trump hatte am Donnerstag angekündigt, das Spiel zu besuchen. Den symbolischen ersten Ball wollte er aber nicht werfen. Der übergewichtige Präsident sagte, er müsste in diesem Fall eine schusssichere Weste tragen. "Ich werde zu schwer aussehen." Beobachter spekulierten, Trump könnte ausgebuht werden, sollte er das Spielfeld betreten. Stattdessen warf der prominente Koch und Restaurantbetreiber José Andrés den symbolischen ersten Ball - er ist ein ausgesprochener Kritiker Trumps. Andrés dankte den beiden Teams dafür, dass sie einen Migranten für den "First Pitch" eingeladen haben.

Trump steht dafür, Migranten aus den USA fernhalten zu wollen. MLB-Geschäftsführer Rob Manfred hatte vorab gesagt, Trump werde erst nach Beginn des Spiels im Stadion erscheinen, um Fans auf ihrem Weg dorthin nicht zu behindern. "Ehrlich gesagt, wir waren sehr dankbar dafür." Wenn Trump sich mit seinem schwer gesicherten Konvoi durch die US-Hauptstadt bewegt, werden zahlreiche Straßen abgeriegelt. Trump verließ das Match vor dem Ende des Spiels.

Der Besitzer der Washington Nationals, Mark Lerner, hatte Kritik am Besuch Trumps zurückgewiesen. "Er hat alles Recht zu kommen", sagte Lerner der Washington Post. "Er ist der Präsident der Vereinigten Staaten, ob einem das gefällt oder nicht." Zuletzt hatte George W. Bush im Jahr 2001 ein Spiel der MLB-Finalserie besucht. Bush hatte kurz nach den Anschlägen vom 11. September 2001 im Yankee-Stadion in New York symbolisch den ersten Ball des Matches geworfen - wenige Kilometer vom Ort der Anschläge entfernt.

© SZ.de/dpa/AP/mane/swi
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