Tribunal in KambodschaRote-Khmer-Führung endlich wegen Völkermord vor Gericht

In nicht einmal vier Jahren hatten die Roten Khmer fast zwei Millionen Menschen in Kambodscha getötet. Dreißig Jahre hat es gedauert, bis den vier ranghöchsten noch lebenden Anführern der Prozess wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit gemacht wird.

Sie sehen alt und gebrechlich aus, doch ihre Gesichter stehen für eine schreckliche Geschichte: Khieu Samphan, Ieng Sary, Ieng Thirith und Nuon Chea müssen sich wegen Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Völkermord während der Herrschaft der maoistischen Roten Khmer in Kambodscha zwischen 1975 und 1979 verantworten.

Am Montag hat nun am Stadtrand von Phnom Penh der Prozess zum "Fall 002" gegen die vier ranghöchsten noch lebenden Vertreter der Khmer Rouge begonnen. Staatsanwalt Michael Cayley bezeichnete das Verfahren als die "größte und komplizierteste Anklage seit den Nürnberger Kriegsverbrecherprozessen".

Bild: Reuters 27. Juni 2011, 16:172011-06-27 16:17:05 © sueddeutsche.de/dpa/afp/jube/mcs