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Treffen in Moskau:Ägypten und Russland schließen Waffendeal

Ägypten: Ein Soldat bewacht die Straßen in Kairo.

(Foto: AFP)

Von den USA gibt es keine Militärhilfe mehr, deshalb wendet sich Ägypten nun an Russland. Moskau soll Medienberichten zufolge Waffen im Wert von mehr als zwei Milliarden Euro liefern. Die USA geißeln Präsident Putins lobende Worte für General Al-Sisi.

Jagdflugzeuge, Raketenabwehrsystem und Hubschrauber: Russland will Ägypten einem Zeitungsbericht zufolge Waffen im Wert von drei Milliarden US-Dollar (2,2 Milliarden Euro) liefern. Das hätten die Außen- und Verteidigungsminister beider Staaten in Moskau vereinbart, berichtet die russische Zeitung "Wedomosti" unter Berufung auf Militärkreise. Demnach soll Ägypten auch Küstenschutzsysteme, leichte Schusswaffen und Munition erhalten.

Der russische Außenminister Sergej Lawrow hatte bei dem Treffen am Vortag angekündigt, beide Länder wollten ihre militärtechnische Zusammenarbeit vertiefen. In den vergangenen Jahrzehnten hatte Ägypten vor allem von den USA Kriegsgerät erworben. Jedoch hatte Washington nach dem Sturz des islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi durch das Militär im Juli 2013 seine Hilfe eingefroren.

Die USA kritisierten unterdessen Bemerkungen des russischen Präsidenten Wladimir Putin über die künftige Staatsführung in Ägypten. Putin hatte sich positiv über die erwartete Kandidatur von Militärchef Abdelfattah al-Sisi für das Präsidentenamt geäußert. Dies sei nicht Sache Russlands, sagte eine Sprecherin im US-Außenamt. "Es ist nicht die Angelegenheit der USA oder Putins, zu entscheiden, wer Ägypten regieren soll", sagte sie. Dies sei Sache des ägyptischen Volkes.

Putin hatte bei einem Treffen mit Al-Sisi bei Moskau gesagt: "Ich weiß, dass Sie sich entschieden haben, für das Amt des ägyptischen Präsidenten zu kandidieren. Es ist eine sehr bedeutende Aufgabe, die Verantwortung für das Schicksal des ägyptischen Volkes zu übernehmen", sagte Putin der Agentur Interfax zufolge. Der Kremlchef habe dem Feldmarschall Erfolg gewünscht. Al-Sisi hat seine Kandidatur bislang noch nicht öffentlich bekanntgegeben.

© dpa/jasch/anrie

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