Trauerfeier in Moskau Internationale Staatsgäste nehmen Abschied von Jelzin

Russische Spitzenpolitiker und internationale Staatsgäste haben Boris Jelzin die letzte Ehre erwiesen. Im Parlament sorgten die Kommunisten für einen Eklat.

In Moskau haben die russische Staatsführung und internationale Staatsgäste bei einer Trauerfeier Abschied vom verstorbenen Ex-Präsidenten Boris Jelzin genommen.

Moskau

Staatsbegräbnis für Boris Jelzin

Bundespräsident Horst Köhler sprach der Witwe Jelzins, Naina, am offenen Sarg in der Christ-Erlöser-Kathedrale sein Beileid aus. Auch der russische Präsident Wladimir Putin kondolierte den Angehörigen. Der frühere US-Präsident Bill Clinton umarmte die Witwe sekundenlang. Auch Clintons Vorgänger George Bush senior und der ehemalige britische Premierminister John Major kondolierten.

Bei der weltweit live übertragenen Trauerfeier verlas Metropolit Juwenali eine Botschaft des verhinderten Oberhaupts der russisch-orthodoxen Kirche, Patriarch Alexi II. Die Totenmesse verfolgten Tausende geladene Gäste, darunter auch mehrere Staatschefs der ehemaligen Sowjetrepubliken.

Jelzin war am Montag im Kremlkrankenhaus an Herzversagen gestorben. Im Anschluss an die Totenmesse wird der Sarg durch das Zentrum Moskaus zum Friedhof des Neujungfrauenklosters gefahren. Dort soll Jelzin am Nachmittag seine letzte Ruhe finden.

Die kommunistische Fraktion im russischen Parlament hat am Tag der Beisetzung Boris Jelzins eine Schweigeminute für den ersten Präsidenten des postsowjetischen Russlands verweigert. "Wir werden niemals den Zerstörer des Vaterlandes ehren", sagte der kommunistische Abgeordnete Viktor Iljuchin am Mittwoch laut einer Meldung der russischen Nachrichtenagentur RIA-Nowosti.