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Trauerfeier für Nelson Mandela:Zu Ehren des "größten Sohns der Nation"

Late South African President Nelson Mandela mourners

Ein kleiner Junge am Haus von Nelson Mandela: Tausende nehmen in Südafrika Abschied von dem ehemaligen Staatspräsidenten.

(Foto: dpa)

Die Trauerfeier für Nelson Mandela wird die wohl größte in der Geschichte Südafrikas: Im Stadion von Johannesburg werden 90.000 Menschen erwartet, darunter Barack Obama, George W. Bush und Bill Clinton. Anschließend können die Bürger bei einer dreitägigen Trauerprozession von ihrem ehemaligen Staatspräsidenten Abschied nehmen.

Südafrika bereitet sich auf die größten Trauerfeierlichkeiten seiner Geschichte vor: Bis Samstag hatten bereits US-Präsident Barack Obama und dessen Vorgänger George W. Bush und Bill Clinton sowie das französische Staatsoberhaupt François Hollande ihre Teilnahme an der zentralen Gedenkfeier für Nelson Mandela am Dienstag im FNB-Stadion in Johannesburg zugesagt. Wer Deutschland vertreten wird, war zunächst unklar. Wahrscheinlich wird Bundspräsident Joachim Gauck nach Südafrika reisen. Das Stadion bietet Platz für mehr als 90.000 Menschen.

Beigesetzt werden soll der südafrikanische Nationalheld und Friedensnobelpreisträger am 15. Dezember in Qunu am Ostkap, wo er aufgewachsen ist. Der erste schwarze Präsident Südafrikas war am Donnerstagabend nach langer Krankheit im Alter von 95 Jahren gestorben. Staats- und Regierungschefs in aller Welt würdigten das politische Vermächtnis Mandelas, der sein Land in die Demokratie geführt hatte. Für seinen Kampf gegen das rassistische Apartheidsystem hatte er 27 Jahre im Gefängnis gesessen.

An vielen Orten in Südafrika wurde auch am Samstag bei Andachten und Versammlungen des "größten Sohns der Nation" gedacht, wie Südafrikas Präsident Jacob Zuma Mandela nannte. Überall im Land lagen Kondolenzbücher in öffentlichen Gebäuden aus, damit dort Bürger ihren Nationalhelden würdigen konnten.

Vor Mandelas Haus im Johannesburger Vorort Houghton versammelten sich wie schon am Freitag hunderte Menschen, darunter viele Kinder. Vor dem Haus wurden viele selbst gemalte Bilder, Teddybären und Blumensträuße niedergelegt. Von einem provisorisch errichteten Podest predigten Geistliche verschiedener Konfessionen.

Planungen "rund um die Uhr"

Auch vor den Regierungsgebäuden in der Hauptstadt Pretoria versammelten sich Menschen zu Ehren Mandelas. Das Parlament in Kapstadt wird am Montag zu einer Gedenkveranstaltung zusammenkommen.

Die Bürger des Landes können außerdem können bei einer dreitägigen Trauerprozession Abschied nehmen. Der Sarg mit Mandelas Leiche wird am Mittwoch, Donnerstag und Freitag durch die Straßen der Hauptstadt Pretoria geleitet. Nach den Prozessionszügen wird Mandelas Sarg in den Union Buildings, dem Sitz der südafrikanischen Regierung, aufgebahrt.

Beamte von Regierung und Behörden in Südafrika arbeiteten wegen der Trauerfeierlichkeiten derzeit "rund um die Uhr", sagte Minister Collins Chabane im Radio.

© Süddeutsche.de/dpa/segi/dmo

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