Trauerfeier für Hugo ChávezMessias ins Museum

Millionen Venezolaner und Dutzende Staatsgäste nehmen in Caracas Abschied von Hugo Chávez. Der verstorbene Comandante wird nicht begraben, sondern einbalsamiert wie einst Lenin und Mao.

Von Peter Burghardt, Caracas

In der Militärakademie von Caracas hat die Karriere von Hugo Chávez begonnen, jetzt liegt er dort aufgebahrt. Hunderttausende Menschen nehmen Abschied vom Staatschef. Dabei fließen bei einigen Tränen, andere beten - oder verkaufen Devotionalien. Die Trauer um den verstorbenen Commandante Bildern.

Da liegt nun der Heiland, der Venezuela 14 Jahre lang leibhaftig beherrscht hat. Als ob er schliefe. Hugo Chávez ist in der Militärakademie von Caracas aufgebahrt - dort, wo sein Mythos begann. An der weiß getünchten Armeeschule wurde er einst zum Offizier ausgebildet. Davor, an der Allee der Volkshelden, hielt er am 2. Februar 1999 seine erste Rede als Präsident: "Heute ist der Tag des Vaterlandes von Simón Bolívar!", rief Chávez damals.

14 Jahre später wird seine Leiche hier ausgesegnet. Eine Hälfte des Sarges ist mit einer venezolanischen Flagge bedeckt, die andere gibt durch eine Glasscheibe Kopf und Rumpf frei. Chávez trägt olivgrüne Uniform, schwarze Krawatte und das rote Barrett des Fallschirmjägers. Manche finden, sein Gesicht wirke jünger als 58 und gesünder als während der Krebskrankheit. Ist er wirklich tot?

Im Bild: Kubas Präsident Raul Castro salutiert vor dem Sarg, rechts neben ihm steht seine Tochter Rosa Virginia, links neben Castro steht Chávez' möglicher Nachfolger Nicolás Maduro.

Bild: REUTERS 8. März 2013, 19:252013-03-08 19:25:00 © SZ vom 09.03.2013/vks