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Tourismus:Balkan statt Balkonien

Um ihre hochgradig vom Tourismus abhängigen Wirtschaften zu stützen, erlauben Kroatien und Griechenland wieder Urlaubern die Einreise.

Dänemark öffnet seine in der Corona-Krise geschlossenen Grenzen vom 15. Juni an wieder für Touristen aus Deutschland, Norwegen und Island. Ebenso haben die Urlaubsländer Griechenland und Kroatien beschlossen, Urlauber wieder einreisen zu lassen.

Die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen teilte die Grenzöffnung am Freitag in Kopenhagen mit. Dänemark hatte als eines der ersten Länder Europas im Kampf gegen Corona am 14. März seine Grenzen dichtgemacht. Touristen und andere Ausländer ohne konkreten Einreisegrund kommen seitdem nicht mehr ins Land. Wer als Deutscher ein Sommerhaus in Dänemark besitzt oder seinen Partner in dem Land besuchen will, darf bereits wieder einreisen.

Griechenland erlaubt Urlaubern aus 29 Ländern von 15. Juni an per Direktflug einzureisen. Besucher aus Deutschland, Österreich, Schweiz, Albanien, Australien, Bulgarien, China, Dänemark, Estland, Finnland, Israel, Japan, Kroatien, Lettland, Libanon, Litauen, Neuseeland, Nordmazedonien, Norwegen, Malta, Montenegro, Rumänien, Serbien, Slowakei, Slowenien, Südkorea, Tschechien, Ungarn und Zypern dürften dann in Athen und Thessaloniki landen, teilte das griechische Tourismusministerium am Freitag mit. Besucher würden womöglich stichprobenweise auf das Coronavirus getestet. Die Liste wird zum 1. Juli noch erweitert. Griechenland will erreichen, dass die Einnahmen aus dem Tourismus trotz der Coronapandemie nicht zu stark sinken. Tourismus und verwandte Branchen machen etwa ein Fünftel der Landeswirtschaft aus. Griechenland hat etwas mehr als 2900 bestätigte Infektionsfälle vermeldet. Auf den meisten Inseln wurde kein Fall registriert.

Urlauber können sich ein Formblatt ausdrucken, um Grenzformalitäten abzukürzen

Das Urlaubsland Kroatien erlaubt Bundesbürgern jetzt schon die Einreise ohne Nachweis von Gründen. Dies beschloss die Regierung des EU-Partners am Donnerstag. Bisher mussten Reisende an der Grenze die Buchung einer Unterkunft oder die Bestätigung für einen Immobilien- oder Bootsbesitz in Kroatien vorlegen. Die Lockerung betrifft neun weitere EU-Staaten. Reisende aus diesen Ländern müssen künftig an der Grenze nur erklären, wo sie sich aufhalten werden und wie sie erreichbar sind - um sie finden zu können, falls es in ihrer Umgebung neue Corona-Infektionen geben sollte.

© SZ vom 30.05.2020 / dpa

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