Tom Segev über Israel "Keine Chance auf Frieden"

Tom Segev, 73, ist Historiker und Journalist in Jerusalem. Seine Ben-Gurion-Biografie ("Ein Staat um jeden Preis") ist im Siedler-Verlag erschienen. Ab 14. Mai ist Segev auf Lesereise durch Deutschland.

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Der israelische Historiker Tom Segev sieht Staatsgründer David Ben Gurion kritisch. Die Zweistaatenlösung mit den Palästinensern hält er inzwischen für eine Illusion.

Interview von Alexandra Föderl-Schmid

SZ: Ihre Biografie über David Ben Gurion trägt den Titel: "Ein Staat um jeden Preis". Sie schreiben, er habe sich mehr um das zionistische Projekt gekümmert als darum, wie es den Juden in Europa während der Nazizeit ging. Hatte für ihn die Staatsgründung tatsächlich Priorität?

Tom Segev: Für ihn war der Holocaust ein Verbrechen gegen den Staat Israel, noch ehe es ein Verbrechen gegen die Menschheit war.

Warum?

Weil diese Menschen, die den Staat aufbauen sollten, ...