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Tiananmen-Massaker von 1989:Protest zwischen Tanz und Panzern

Bei der blutigen Niederschlagung der Demokratiebewegung im Juni 1989 wurden in Peking Hunderte Menschen getötet. Was vor 25 Jahren auf dem Platz des Himmlischen Friedens passierte, gilt in China heute als Tabu. Doch Bilder dokumentieren den Massenprotest - und die brutale Antwort des Regimes.

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BESTPIX Tiananmem Square Anniversary

Quelle: Getty Images

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Bei der blutigen Niederschlagung der Demokratiebewegung im Juni 1989 wurden in Peking Hunderte Menschen getötet. Was vor 25 Jahren auf dem Platz des Himmlischen Friedens (Tiananmen) geschah, gilt in China heute als Tabu. Nichts erinnert heute auf dem Platz an die Ereignisse. Doch Bilder von damals dokumentieren den Massenprotest - und die brutale Reaktion des Regimes.

Eine Chronologie in Bildern.

Im Bild: Paramilitärische Einheiten patrouillieren auf dem Tiananmen am 3. Juni 2014

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Hu Yaobang war Chinas Parteichef - und die Hoffnung der Reformer. Er wurde 1987 von der Kommunistischen Partei abgesetzt. Sein Tod am 15. April 1989 war ein Fanal für regimekritische junge Leute, ihren Unmut offen zu zeigen.

Tiananmen April 1989 China

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Am 18. April versammelten sich mehrere Hundert Studenten auf dem Platz des Himmlischen Friedens und forderten politische Reformen. Schnell wuchs die Zahl der Protestierenden auf Zehntausende.

Im Bild: Der Tiananmen-Platz am 21. April 1989.

Tiananmen China 1989

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Die jungen Menschen verlangten von der Obrigkeit Freiheit und Transparenz - und stimmten während der Demonstrationen auch die Nationalhymne an.

Im Bild: Studenten am 21. April 1989.

Tiananmen China 1989

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Staatstreue Medien verurteilten die Studentenbewegung als "konterrevolutionären Tumult". Doch der Protest erhielt immer größeren Zulauf.

Im Bild: Demonstrationsmarsch durch Peking am 4. Mai 1989.

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Einige Regimegegner traten in einen unbefristeten Hungerstreik. "Seid nicht traurig, wenn wir uns vom Leben verabschieden", lautete ihr Motto.

Im Bild: Ein Student trägt am 16. Mai 1989 einen Demonstranten, der nach Tagen im Hungerstreik zusammengebrochen ist.

Tiananmen China

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Als Sowjetführer Michail Gorbatschow Mitte Mai 1989 Peking besuchte, forderten die Demonstranten die chinesische Regierung auf, die sowjetische Reformpolitik zu übernehmen.

Im Bild: Die Aufnahme vom 17. Mai 1989 zeigt, dass offenbar auch Angehörige der Volksbefreiungsarmee zu den Demonstranten überliefen.

China, Tiananmen 1989

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Die Zahl der Demonstranten auf dem Tiananmen-Platz stieg auf 800 000 Menschen an.

Im Bild: Demonstrant am 16. Mai 1989.

DENG XIAOPING UND ZHAO ZIYANG

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Chinas KP-Chef Zhao Ziyang - hier auf einem Foto mit dem mächtigen Parteikader Deng Xiaoping - ging am 19. Mai auf die Demonstranten zu und bat darum, den Hungerstreik abzubrechen. Wenige Stunden später wurde er von Kräften um Deng Xiaoping entmachtet. Die Regierung verhängte das Kriegsrecht.

Im Bild: Zhao Ziyang (links) und Deng Xiaoping 1985.

Tiananmen China 1989

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Die Regierung ließ die Armee bis zum Tiananmen-Platz vorrücken. Doch die Demonstranten wichen nicht zurück. Sie erhielten sogar noch weiteren Zulauf.

Das Bild entstand am 18. Mai 1989.

China, Tiananmen 1989

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Die Protestbewegung glaubte offenbar nicht, dass die Regierung auf Gewalt setzen würde. Offenbar war auch für viele Soldaten eine blutige Lösung kaum vorstellbar.

Im Bild: Soldaten winken einem Demonstranten aus einem Armeelastwagen zu. Das Foto entstand am 20. Mai 1989.

China, Tiananmen 1989

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Der Protest auf dem Platz des Himmlischen Friedens war trotz des Aufmarschs des Militärs fröhlich und teilweise ausgelassen.

Im Bild: Tanzende Studenten auf dem Tiananmen-Platz am 22. Mai 1989.

China, Tiananmen 1989

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Demonstranten legten sich vor Panzer, um sie daran zu hindern, auf den Tiananmen-Platz zu fahren.

Das Foto wurde am 21. Mai 1989 aufgenommen.

China, Tiananmen 1989

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Noch am 3. Juni 1989 zeigten sich die Studenten unerschrocken und signalisierten selbst angesichts der Soldaten ihre Hoffnung auf einen Erfolg der Demonstrationen.

China, Tiananmen 1989

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Schließlich kam es zu Handgreiflichkeiten zwischen dem Militär und den Demonstranten. Zur gleichen Zeit entschied die Parteiführung, den Tiananmen-Platz mit Gewalt räumen zu lassen.

China, Tiananmen 1989

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In der Nacht vom 3. auf den 4. Juni rückte das Militär vor. Die Lage eskalierte, viele Demonstranten versuchten, die Panzer aufzuhalten, auch mit brennenden Barrikaden.

China, Tiananmen 1989

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Der Widerstand war eindrucksvoll - aber vergeblich.

Im Bild: ein Mann versucht am 5. Juni in der Nähe des Tiananmen-Platzes eine Panzerkolonne aufzuhalten.

China, Tiananmen 1989

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Bei der brutalen Räumung des Platzes, bei der die Armee auch in die Menge feuerte, starben Hunderte Demonstranten; manche Quellen sprechen gar von mehreren Tausend Todesopfern.

Das Foto entstand am 5. Juni 1989.

Proteste gegen das Massaker vom Tiananmen 1989

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Im Ausland kam es zu Demonstrationen gegen das Massaker, doch die internationale Empörung änderte nichts an Pekings Härte.

Im Bild: Ethnische Chinesen verbrennen die Flagge der Volksrepublik China in Los Angeles am 7. Juni 1989.

China, Ttiananmen 1989

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Die kommunistische Führung Chinas ordnete sich nach dem Massaker neu. Die Universitäten und Gewerkschaften wurden von Demokratie-Aktivisten und Sympathisanten "gesäubert". Gegen Demonstranten liefen zahlreiche Prozesse. Fast 800 Menschen wurden wegen der Beteiligung am friedlichen Protest verurteilt.

© SZ.de/odg/mcs/rus
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