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Thatchers bekannteste Zitate:"Die Dame lässt sich nicht verbiegen"

Ob gegen Helmut Kohl, gegen Europa, gegen zuviel Staatsgläubigkeit oder die eigenen Parteifreunde: Die ehemalige britische Premierministerin Thatcher hat sich stets unnachgiebig gezeigt - auch in ihren Worten. Eine Sammlung der bekanntesten Zitate.

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Quelle: AFP

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"Geld fällt nicht vom Himmel. Man muss es sich hier auf Erden verdienen." (Rede auf dem Bankett des Bürgermeisters in London 1979)

Thatcher (hier auf einem Foto, das in ihrer Küche im Jahr 1975 aufgenommen wurde) wurde am 13. Oktober 1925 geboren und stammte aus einfachen Verhältnissen. Ihr Vater war Kolonialwarenhändler, die Mutter eine gelernte Hausschneiderin. Vielleicht kam daher ihr Glaube an die Leistung des Einzelnen und ihr Eintreten für einen schlanken Staat.

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Quelle: AFP

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Thatchers bekannteste Zitate:Margaret Thatcher und Ronald Reagan

"So etwas wier die Gesellschaft gibt es nicht. Es gibt nur einzelne Männer und Frauen und es gibt Familen. Keine Regierung kann existieren, ohne dass die Menschen zunächst für sich selbst sorgen." (Thatcher in einem Interview 1987)

Thatcher verfolgte eine konsequent liberale Wirtschaftspolitik und trat für einen schlanken Staat ein: Privatisierung von Staatsbetrieben, Sozialkürzungen, Zurückdrängung der damals in Großbritannien sehr mächtigen Gewerkschaften, das war ihr Programm, später gaben Beobachter dieser Epoche den Namen Thatcherismus.

Auf diesem Bild aus dem Jahr 1987 ist sie mit dem damaligen US-Präsidenten Ronald Reagan zu sehen, mit dem sie in Wirtschaftsfragen meist einer Meinung war. Auch Reagan prägte mit seiner streng angebotsorientierten Wirtschaftspolitik einen eigenen Begriff, die Reaganomics.

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Quelle: AFP

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"The Lady ist not for turning" (Etwa: "Die Dame lässt sich nicht verbiegen"), das sagte Thatcher im Jahr 1980 auf dem Parteitag der Konservativen Partei.

Von ihren Freunden wurde Thatcher für ihre Geradlinigkeit und Unnachgiebigkeit geschätzt, bei ihren Gegnern war sie wegen ihres erbitterten Durchsetzungswillens gefürchtet. 

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"Wir haben aufgehört, eine Nation auf dem Rückzug zu sein." (Rede zum Sieg im Falklandkrieg 1982)

Eine von Thatchers wichtigsten außenpolitischen Bewährungsproben war der Falklandkrieg mit Argentinen im Jahr 1982. (Das Bild, das allerdings aus dem Jahr 1979 stammt, zeigt die Premierministerin in einem Armee-Kampfanzug beim Besuch der britischen Truppen in Nordirland). 

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Quelle: AFP

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"Es stört mich nicht, was meine Minister sagen, solange sie tun, was ich ihnen sage." (Interview 1987)

Thatchers Regierungsstil lässt sich - euphemistisch ausgedrückt - als autoritär beschreiben. Im Bild ist sie im Jahr 1989 bei einer Parteiversammlung der Konservativen im englischen Seebad Blackpool zu sehen.

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Quelle: AFP

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"Wir bitten nicht die Gemeinschaft oder sonst jemanden um Geld. Wir wollen einfach unser eigenes Geld zurück." (Rede auf dem EG-Gipfel 1984)

Ihre Gegner waren der deutsche Bundeskanzler Helmut Kohl und Frankreichs Präsident François Mitterrand. Beim EU-Gipfel im Schloss von Fontainebleau bei Paris am 25. und 26. Juni 1984 verlangte Thatcher einen größeren EU-Beitragsrabatt für ihr Land. Thatcher stellte bei internationalen Verhandlungen oft ihre Handtasche vor sich auf den Tisch. Das tat sie auch in Fontainebleau.

Ihre Gesprächspartner waren zu Beginn der Verhandlung bereit gewesen, Großbritannien einen Beitragsnachlass von 60 Prozent zu gewähren - bezogen auf den Unterschied zwischen britischen Einzahlungen und den deutlich geringeren EU-Zahlungen an London. Thatcher verlangte 70 Prozent. Kohl bot nach Berichten von Teilnehmern schließlich 65 Prozent an. Nachdem Thatcher darauf hingewiesen hatte, dass "zwei Drittel schöner als 65 Prozent" seien, einigte man sich schließlich auf 66 Prozent Rabatt.

Eine spätere Darstellung des Mitterrand-Beraters Jacques Attali, Thatcher habe in der Gipfel-Sitzung geweint, weil die 66 Prozent ihr nicht genug gewesen seien und sie eine "Niederlage" erlebt habe, wird von anderen Teilnehmern nicht bestätigt.

Margaret Thatcher gestorben

Quelle: dpa

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Thatchers bekannteste Zitate:Thatcher und Helmut Kohl

"Es ist doch klar: Ihr Deutschen wollt nicht Deutschland in Europa verankern. Ihr wollt den Rest Europas in Deutschland verankern."

"Für mich bedeutete die Wiedervereinigung ein völlig verändertes Europa. Genau das ist eingetreten."

(Zitate aus einem Spiegel-Interview zur Wiedervereinigung 1993)

Thatcher, hier bei einem Treffen mit dem damaligen Bundeskanzler Helmut Kohl in Deidesheim in der Pfalz, fürchtete, Deutschland könnte in Europa eine zu dominante Rolle einnehmen. Deshalb stand sie einer Wiedereineinigung der beiden deutschen Staaten, die Kohl nur wenige Wochen nach dem Fall der Mauer im November 1989 mit seinem Zehn-Punkte-Plan energisch forcierte, zunächst sehr reserviert gegenüber.

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Quelle: AFP

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"Der Thatcherismus wird überleben, weil er eine Sache des gesunden Menschenverstandes ist." (Spiegel-Interview 1987)

Ein gesundes Selbstbewusstsein hat die "Eiserne Lady" stets ausgezeichnet - und auch mit der Einschätzung, wie ihre Politik von der Nachwelt aufgenommen wurde, lag sie weitgehend richtig. So hat Tony Blair, der für die Labour Party von 1997 bis 2007 Premierminister war, nach eigenen Angaben bei seiner eigenen Reformpolitik sehr von Thatchers Entscheidungen profitiert.

© Süddeutsche.de/olkl
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