GrenzkonfliktThailand und Kambodscha beschließen Waffenruhe

Kambodschas Verteidigungsminister Tea Seiha (l.) und sein thailändischer Amtskollege Nattaphon Narkphanit nach ihrer Einigung an einem Grenzkontrollpunkt.
Kambodschas Verteidigungsminister Tea Seiha (l.) und sein thailändischer Amtskollege Nattaphon Narkphanit nach ihrer Einigung an einem Grenzkontrollpunkt. AFP/Agence Kampuchea Press

Ein erster Anlauf, die Kämpfe zwischen den Nachbarn zu beenden, war gescheitert. Nach wochenlangen Gefechten einigen sich beide Länder nun, die Angriffe einzustellen.

Nach wochenlangen Gefechten an der Grenze haben sich Thailand und Kambodscha auf eine sofortige Waffenruhe verständigt. Die Verteidigungsminister der beiden Länder unterzeichneten eine entsprechende Vereinbarung. Diese betrifft „alle Arten von Waffen, Angriffe auf Zivilisten, zivile Objekte und Infrastruktur sowie militärische Ziele beider Seiten – in sämtlichen Fällen und in allen Gebieten“, heißt es in der gemeinsamen Stellungnahme.

Die Minister hatten sich an einem Grenzkontrollpunkt zwischen der kambodschanischen Provinz Pailin und der thailändischen Provinz Chanthaburi getroffen. Vorausgegangen waren in den vergangenen Tagen vorbereitende Beratungen in einem gemeinsamen Ausschuss zu Grenzfragen. Der thailändische Ministerpräsident Anutin Charnvirakul hatte am Freitag in Bangkok die Hoffnung geäußert, dass sich die beiden Seiten auf eine gemeinsame Erklärung einigen werden.

Hunderttausende wurden auf beiden Seiten vertrieben

Die Kämpfe wurden an mehreren Stellen der etwa 800 Kilometer langen thailändisch-kambodschanischen Grenze geführt. Die beiden Länder beschuldigten sich gegenseitig, auch zivile Gebiete unter Beschuss zu nehmen, beide Länder wiesen die jeweiligen Anschuldigungen zurück. Hunderttausende Menschen wurden auf beiden Seiten der Grenze vertrieben. Mehr als 100 Personen kamen bei den Gefechten ums Leben, darunter auch mehrere Dutzend Zivilisten.

Hintergrund der Feindseligkeiten ist ein jahrzehntelanger Streit um Gebietsansprüche. Bereits im Juli war es zu schweren Gefechten gekommen; nach einigen Tagen wurde eine Waffenruhe vereinbart.Im Oktober hatten sich die beiden Seiten unter anderem auf den Abzug schwerer Waffen aus dem Grenzgebiet sowie eine gemeinsame Minenräumung verständigt. Im November war die Feuerpause nach einem neuerlichen Grenzvorfall ausgesetzt worden.

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