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Terrormiliz in Syrien:IS sprengt Baal-Tempel in Palmyra

Baal-Tempel in Palmyra

So wie auf diesem Archivbild vom März 2014 wird der Baal-Tempel von Palmyra nie wieder zu sehen sein: Islamisten haben ihn gesprengt.

(Foto: AFP)
  • Die Dschihadisten vom Islamischen Staat haben in der syrischen Stadt Palmyra den Tempel von Baal Shamin gesprengt. Das teilte der Chef der syrischen Altertumsbehörde mit.
  • Im Mai hatte der IS die antike Oasenstadt erobert. Vergangene Woche hatte die grausame Ermordung des ehemaligen Chefarchäologen für Entsetzen gesorgt.

IS sprengt Tempel in Palmyra in die Luft

Die Islamisten-Miliz IS soll in Syrien erneut antike Heiligtümer zerstört haben. Die Extremisten sprengten den Tempel von Baal Shamin in der antiken Oasenstadt Palmyra mit einer großen Menge Sprengstoff in die Luft, teilte der Chef der syrischen Altertumsbehörde, Maamun Abdul Karim, am Sonntagabend mit. Das Gebäude sei in großen Teilen zerstört.

Geschichte

Im flimmernden Licht von Palmyra

Die syrische Ruinenstätte war eine der Metropolen der römischen Antike. Archäologen zaubern mit moderner Technik Bilder davon, wie sie einmal aussah.   Von Johan Schloemann

Die antiken Stätten von Palmyra gehören zum Weltkulturerbe der Unesco. Mehrere Mausoleen und Skulpturen wurden Medienberichten zufolge bereits zerstört und die größeren Ruinen vermint. Die Dschihadisten betrachten die Ausstellung von Statuen und die Verehrung von Mausoleen als "Götzendienst".

International für Entsetzen sorgte in der vergangenen Woche die grausame Hinrichtung des früheren Chef-Archäologen von Palmyra, Khaled al-Assaad. Der 82-Jährige wurde enthauptet, sein Leichnam in den Ruinen von Palmyra aufgehängt. Nach Angaben eines seiner Söhne wurde die Leiche anschließend von IS-Kämpfern zerstückelt.

Palmyra - historische Oasenstadt

Im Mai hatte der IS Palmyra erobert und damit auch die 2000 Jahre alten Ruinen der einstigen Handelsmetropole, die zum Unesco-Welterbe gehören. Weltweit war bereits befürchtet worden, dass die Islamisten die antiken Stätten aus der Zeit der Römer zerstören könnten. Die historischen Stätten Hatra und Nimrud hat die Terrororganisation bereits verwüstet. Im Juni sprengte der IS dann offenbar zwei alte Schreine, die jedoch nicht zu der römischen Epoche gehörten.

Palmyra Zivilisationsbruch als perverser Machtbeweis
Kommentar
Palmyra vor der Zerstörung

Zivilisationsbruch als perverser Machtbeweis

Die Kämpfer des Islamischen Staats haben die antike Oasenstadt Palmyra erobert. Den einzigartigen Kulturgütern droht die Vernichtung, weil dies der IS-Propaganda nützt. Dass Syriens Regime sich als Hüter der Kultur geriert, ist verlogen.   Kommentar von Paul-Anton Krüger, Kairo

Palmyra liegt östlich von Homs mitten in der Syrischen Wüste. Die Oasenstadt war bereits vor mehr als 3000 Jahren ein wichtiger Stopp für Nomaden, Reisende und Händler. Ab dem ersten Jahrhundert vor Christus entstand hier eine reiche Metropole, die eine bedeutende Rolle im Fernhandel zwischen Ost und West spielte.

Die ganz besondere Bedeutung Palmyras besteht heute darin, dass ihre Überreste sehr gut erhalten sind. Von etlichen imposanten Gebäuden, Tempeln und Triumphbögen aus den ersten drei Jahrhunderten unserer Zeitrechnung stehen noch große Teile.

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