Terroristengruppe Nigerias Präsident droht Boko Haram mit Krieg

Der Schutz von Leben und Eigentum sei "nicht verhandelbar": Nigerias Präsident Goodluck Jonathan.

(Foto: dpa)

Der Schutz von Leben und Eigentum in Nigeria "ist nicht verhandelbar": Nigerias Präsident Jonathan kündigt der Islamistengruppe Boko Haram einen "umfassenden Krieg" an. Kurz zuvor hatten die Terroristen bei Überfällen auf Dörfer erneut mehrere Menschen getötet.

Angesichts der ausufernden Attacken der Islamistengruppe Boko Haram hat Nigerias Präsident Goodluck Jonathan den Extremisten mit Krieg gedroht. Er sei entschlossen, einen "umfassenden Krieg gegen den Terrorismus" zu führen, um die Demokratie, die nationale Einheit und die politische Stabilität des Landes zu bewahren, sagte er in einer Ansprache. Jonathan äußerte sich anlässlich des Endes der Militärdiktatur in dem westafrikanischen Land vor 15 Jahren.

Der Schutz von Leben und Eigentum in Nigeria sei "nicht verhandelbar", fuhr der Präsident fort. Er nahm damit vor allem Bezug auf das Schicksal der mehr als 200 Schülerinnen, die Boko Haram Mitte April entführt hatte. Er habe die Sicherheitskräfte des Landes angewiesen, einen Einsatz zu starten, um der Straflosigkeit von "Terroristen auf unserem Boden" ein Ende zu bereiten, sagte Jonathan. Gleichzeitig bot er den Kämpfern, die dem Terrorismus abschwörten und sich dem Frieden zuwendeten, einen "Dialog und Versöhnung" an.

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Der Terror der Boko Haram geht ohne Pause weiter: Bei einem Anschlag im Norden Nigerias sind vermutlich mehr als 35 Menschen getötet worden. Die meisten Opfer sind Angehörige von Polizei und Militär. Die Angst vor den Islamisten erfasst indes auch das Nachbarland Kamerun.

Die Islamistenbewegung Boko Haram wendet sich gegen westliche Bildung und strebt einen islamischen Staat in den muslimisch dominierten Landesteilen an. Seit fünf Jahren verübt die Gruppe immer wieder Anschläge und überfällt ganze Dörfer. Wie Militärkreise und Anwohner berichteten, stürmten dutzende Boko-Haram-Kämpfer erst am Mittwochmorgen erneut drei Dörfer im nordöstlichen Bundesstaat Borno und töteten mehrere Menschen.

Die in Militäruniformen gekleideten Angreifer überfielen demnach die Ortschaften Gumushi, Amuda und Arbokko, warfen Brandsätze auf die Behausungen und erschossen fliehende Zivilisten. Örtliche Medien gaben die Opferzahl allein in Gumushi mit 42 an. Nach wie vor befinden sich außerdem mehr als 200 entführte Schülerinnen in der Gewalt der islamistischen Terroristen.