Der berüchtigte Hamburger Islamist Mohammed Haydar Zammar ist tot. Nach Recherchen des Magazins Spiegel starb der Deutsch-Syrer mit engen Verbindungen zu den Attentätern vom 11. September 2001 bereits im vergangenen Sommer im Alter von 64 Jahren in einem von den Kurden kontrollierten Gefängnis in Hasaka, einer Stadt in Nordost-Syrien.
Erkenntnissen internationaler Sicherheitskreise zufolge war Zammar in Haft an Tuberkulose erkrankt, außerdem soll der Deutsch-Syrer an einer Herzinsuffizienz gelitten haben. Die Haftumstände und die schwierige medizinische Versorgungslage hätten bei seinem Tod am 19. Juni auch eine Rolle gespielt, berichten in den Fall Eingeweihte.
Zammar war eine der bekanntesten deutschen Dschihadisten. In den Neunzigerjahren wurde er zum Ziehvater der späteren Verschwörer vom 11. September 2001 um den Studenten Mohammed Atta. Von ihren Plänen, die USA anzugreifen, will er nichts mitbekommen haben. Deutsche Ermittler konnten ihm nie eine Beteiligung oder Mitwisserschaft an den Anschlägen nachweisen. Ein Strafverfahren der Bundesanwaltschaft wegen Unterstützung der 9/11-Zelle wurde eingestellt.