Sahel:Französisches Militär "neutralisiert" Führer eines IS-Ablegers

Fünf Millionen Dollar waren für Hinweise zu seiner Ergreifung ausgesetzt: Adnan Abu Walid al-Sahrawi, hier auf einem Fahndungsplakat, führte einen IS-Ableger in der Sahel-Region.

Fünf Millionen Dollar waren für Hinweise zu seiner Ergreifung ausgesetzt: Adnan Abu Walid al-Sahrawi, hier auf einem Fahndungsplakat, führte einen IS-Ableger in der Sahel-Region.

(Foto: -/Rewards For Justice/AP/dpa)

Der Anführer der Terrorgruppe Islamischer Staat in der Sahelzone gilt als Verantwortlicher für schwere Anschläge.

Französische Streitkräfte haben den Anführer eines Ablegers der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) in der Sahelzone außer Gefecht gesetzt. Das hat der französische Präsident Emmanuel Macron in der Nacht zum Donnerstag getwittert. Der Anführer der Terrorgruppe Islamischer Staat in der Sahelzone (ISGS), Adnan Abu Walid al-Sahrawi, sei "neutralisiert" worden.

In der französischen Militärsprache bedeutet dies, dass der Gegner kampfunfähig gemacht oder getötet wurde. "Dies ist ein weiterer großer Erfolg in unserem Kampf gegen terroristische Gruppen in der Sahelzone", schrieb Macron weiter. Dem IS-Ableger werden vor allem Anschläge in den Gebieten zwischen Niger, Burkina Faso und Mali zugeschrieben. Al-Sahrawi soll unter anderem verantwortlich gewesen sein für eine Terrorattacke, bei der in Niger 2017 vier US-Militärangehörige und vier nigrische Mitarbeiter getötet wurden. Frankreich sieht ihn als denjenigen, der 2020 den Befehl gab, sechs französische Entwicklungshelfer und ihren nigrischen Fahrer umzubringen. Die USA setzten bis zu fünf Millionen Dollar für Hinweise auf al-Sahrawis Aufenthaltsort aus.

Die Sahelzone, zu der auch der westafrikanische Krisenstaat Mali zählt, ist eine Region, die sich südlich der Sahara vom Atlantik bis zum Roten Meer erstreckt. Dort sind eine ganze Reihe bewaffneter Gruppen aktiv, einige haben dem IS oder al-Qaida die Treue geschworen.

Macron hatte am Donnerstag einen Termin mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zu einem Arbeitstreffen im Elysée Palast in Paris. Bei dem gemeinsamen Abendessen sollte es unter anderem um die Situation in der Sahelzone gehen, hieß es aus Elysée-Kreisen.

Auch die Bundeswehr hat 1200 Soldaten in der Region im Einsatz

Die französische Armee hatte bereits Ende Juli zwei führende Mitglieder eines IS-Ablegers in Mali außer Gefecht gesetzt. Kurz zuvor hatte Macron eine Neuausrichtung der französischen Militärpräsenz in der Sahelzone angekündigt. Langfristig soll demnach die Truppenstärke in der Region um mehr als 2000 Soldaten verringert werden. Aktuell sind etwa 5100 Soldaten im Anti-Terror-Einsatz "Barkhane" in Mali und vier weiteren Sahel-Staaten vertreten. Macron schrieb auf Twitter, das Land gedenke an diesem Abend seiner Helden, die im Sahel für Frankreich verwundet worden oder gefallen seien. "Ihr Opfer ist nicht vergebens", schrieb er.

Auch die Bundeswehr ist bei zwei laufenden Einsätze mit insgesamt etwa 1200 Bundeswehrsoldaten in Mali. Am Mittwoch hatte sich die Bundesregierung besorgt über eine sich anbahnende Zusammenarbeit der Militärjunta in Mali mit Söldnern der russischen Militärfirma Wagner gezeigt. Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) sah die Grundlagen der Mandate für die beiden Einsätze Minusma und EUTM infrage gestellt, sollte sich die Zusammenarbeit bestätigen. Zuvor hatte es schon ähnliche Warnungen aus Frankreich gegeben.

© SZ/dpa/SZ/bac
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