Terrorismus in Spanien:Was es gab: Anstrengungen, die religiösen Gefühle der Muslime zu verletzen

Wie die Webseite History Network schreibt, findet sich doch noch eine Erwähnung, die einen Zusammenhang zwischen "Blut-Praktiken" und Pershing herstellt: Die Chicago Daily Tribune schrieb 1927, dass Pershing Gefangene mit Schweineblut bespritzt und sie dann freigelassen hätte, um andere zu warnen. "Diese Tropfen Schweineblut waren machtvoller als Patronen", so der Artikel. Unklar ist allerdings, woher der Autor seine Informationen hatte. Christopher Capozzola, Geschichtsprofessor am MIT in Massachusetts, bilanziert in Time: "Ja, es gab absichtliche Anstrengungen, die religiösen Gefühle der muslimischen Philippiner zu verletzen. Ja, es gab ausufernde Gewalt gegen ihre Gemeinschaften. Aber mir ist kein Ereignis bekannt, wie es Herr Trump beschreibt."

Andere Historiker weisen darauf hin, dass der Aufstand der Moro-Gruppen nur zu einem Teil religiös motiviert war. In der Tat aber kehrte nach 1913 für längere Zeit - 25 Jahre, nicht 35 - Ruhe ein. Heute machen die muslimischen Moro-Gemeinschaften etwa fünf Prozent der katholisch geprägten Philippinen aus, sie sind die größte religiöse Minderheit im Land.

Unabhängig von Trumps Geschichtsbild stellt sich die Frage, welche Rolle der US-Präsident mit seinem Tweet einnehmen möchte - soweit es sich um mehr als das übliche Twitter-Fingerspiel mit Hardliner-Rhetorik handelt.

In zahlreichen Reaktionen hagelte es erneut Kritik für den 71-Jährigen, dessen Regierung Muslimen als nicht gerade zugeneigt gilt. Nicht nur, weil der US-Präsident in Charlottesville rechtsradikalen Terrorismus weit weniger eindeutig verurteilt hatte, sondern weil er in der Lesart der Kritiker mit seinen Tweets die Hinrichtung Gefangener glorifiziere und im Kampf gegen den Terrorismus Verstöße gegen das Völkerrecht fordere.

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