Terrorismus in Nigeria Dutzende Schüler sterben bei Anschlag

  • Während der morgendlichen Versammlung ist in einer nordnigerianischen Schule eine Bombe explodiert.
  • Angaben über Todesopfer schwanken zwischen 20 und 47.
  • Bislang hat sich noch niemand zu der Tat bekannt, die Schule liegt jedoch in einer Region, die regelmäßig unter Anschlägen der Islamistengruppe Boko Haram zu leiden hat.

Dutzende Schüler bei Bombenanschlag getötet

Bei einem Anschlag auf eine Schule im Nordosten Nigerias sind am Montag vermutlich Dutzende Schüler gestorben. Über die genaue Anzahl der Opfer gibt es noch keine endgültige Klarheit. Zunächst war von etwa 20 Todesopfern die Rede, nun sprechen die örtliche Polizei sowie eine Krankenschwester von mittlerweile mindestens 47 Toten. Es gebe mehrere Schwerverletzte, so dass die Zahl der Toten vermutlich steigen werde, sagte ein Lehrer.

Der Sprengsatz sei detoniert, als sich die Schüler auf dem Schulhof eines Internats in Potiskum im Bundesstaat Yobe zum Morgenappell versammelten, berichtete die Zeitung Premium Times auf ihrer Webseite. "Die Leichen der Schüler liegen in Blutlachen auf dem Boden", zitierte das Blatt einen Augenzeugen. Die Polizei bestätigte die Explosion, nannte aber zunächst keine Einzelheiten. Nach Informationen der Zeitung Daily Trust will ein Augenzeuge beobachtet haben, wie ein Selbstmordattentäter eine in einer Tasche versteckte Bombe gezündet hat. Die naturwissenschaftliche Schule "Potiskum Senior Science Secondary School" ist ein Jungeninternat im Zentrum der Stadt.

Erst letzte Woche wurden Schüler im selben Ort Opfer eines Anschlags

Zu der Tat bekannte sich zunächst niemand. Potiskum liegt aber in der Region, in der die radikalislamische Gruppe Boko Haram immer wieder Anschläge auch auf Schulen verübt hat. Erst am 3. November waren mindestens 29 Menschen bei der Explosion eines Sprengsatzes ebenfalls in Potiskum umgekommen.

Die Behörden vermuten hinter den Anschlägen die sunnitische islamistische Terrorgruppe Boko Haram. Die Gruppe, die im Norden Nigerias einen Gottesstaat einrichten will, hat in der Region zahlreiche Anschläge vor allem auf Christen und Polizeieinrichtungen verübt. Die Extremisten hatten auch im April rund 200 Schülerinnen entführt, von denen bis heute jede Spur fehlt. Boko Haram lehnt jede Form von westlich geprägter Bildung ab, der Name bedeutet übersetzt: "Westliche Erziehung ist sündhaft".