Terrorismus Drei Festnahmen in Tunesien im Fall Amri

Die Mutter des mutmaßlichen Attentäters Anis Amri in seiner Heimat Oueslatia in Tunsien.

(Foto: dpa)

Die Personen sollen in Verbindung mit dem mutmaßlichen Attentäter von Berlin gestanden haben. Einer der Verdächtigen soll mit Amri verwandt sein.

Tunesische Sicherheitskräfte haben nahe der Stadt Kairouan drei Männer festgenommen. Die Männer im Alter zwischen 18 und 27 Jahren sollen mit dem mutmaßlichen Attentäter von Berlin, Anis Amri, in Verbindung stehen. Bei einem der Verdächtigen soll es sich um Amris Neffen handeln. Das Inneministerium in Tunis teilte mit, dass der junge Mann gestanden habe über eine Nachrichtenapp mit Amri in Kontakt gewesen zu sein. Sein Onkel habe gewollt, dass er der Terrormiliz Islamischer Staat die Treue schwöre. Auch habe er ihm Geld geschickt.

Bei dem Attentat am Berliner Breitscheidplatz starben zwölf Menschen, 53 wurden teilweise lebensgefährlich verletzt. Mittlerweile sind alle Toten identifiziert, es handelt sich um jeweils sechs Männer und Frauen. Darunter sind dem BKA zufolge sieben Deutsche. Aus Polen, Israel, Tschechien und der Ukraine stammt demnach jeweils einer der Toten des Anschlags. Die Leiche einer Italienerin wird an diesem Samstag in ihrer Heimat erwartet.

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Opfer des Anschlags sollen entschädigt werden

Sozialministerin Andrea Nahles (SPD) stellte den Opfern des Anschlags eine Entschädigung in Aussicht, wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) berichtete. Eine Entschädigung der Opfer durch den Staat wäre im Fall des Berliner Anschlags rechtlich gar nicht vorgesehen. Ein Absatz im Text des Opfer-Entschädigungs-Gesetzes (OEG) schließt dies für "Schäden aus einem tätlichen Angriff, die von dem Angreifer durch den Gebrauch eines Kraftfahrzeugs oder eines Anhängers verursacht worden sind" explizit aus.

Das Sozialministerium will das Gesetz vor dem Hintergrund des Anschlags prüfen. "Im Zusammenhang mit den Anschlägen von Berlin ist dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales wichtig, dass jetzt jeder Hilfe bekommt, die er braucht", zitiert das RND die Behörde. Nach Angaben des Ministeriums können die Opfer auch Ansprüche gegenüber dem sogenannten Entschädigungsfonds für Schäden aus Kraftfahrzeugunfällen geltend machen. Zudem könnten Härteleistungen aus Haushaltsmitteln des Bundes sowie psychologische Betreuung bei den Trauma-Ambulanzen des Landes Berlin beantragt werden.

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