Terrorgruppe auf den Philippinen:Schweizer entkommt Geiselnehmern

Swiss birdwatcher escapes captivity in Philippines

An der Wange verletzt, aber ansonsten wohlauf: Der geflohene Schweizer soll in die nächstgrößere Stadt gebracht werden.

(Foto: dpa)
  • Ein Schweizer konnte auf den Philippinen seinen Entführern der islamistischen Abu-Sayyaf-Gruppe entkommen. Während eines Schusswechsels der Extremisten mit Regierungstruppen bot sich die Gelegenheit zur Flucht.
  • Im Februar 2012 war der Schweizer zusammen mit einem Niederländer verschleppt worden. Dessen Schicksal ist ungewiss.

Schweizer gelingt Flucht aus Geiselhaft

Nach fast drei Jahren Geiselhaft ist ein Schweizer seinen radikalislamischen Entführern auf den Philippinen entkommen. Dem 49-Jährigen sei bei einem Schusswechsel zwischen Regierungstruppen und Mitgliedern der Terrorgruppe Abu Sayyaf auf der Insel Jolo die Flucht gelungen, sagte eine Militärsprecherin. Fünf der Extremisten sollen getötet worden sein.

Bei der Flucht kam es den Angaben des Militärs zufolge zu einem dramatischen Kampf. In dem Chaos der Militäroffensive habe der Schweizer seinem Bewacher eine Machete entrissen und diesen offenbar getötet. Beim Kampf um die Waffe habe er sich an der linken Wange verletzt. Die Rebellen versuchten ihn noch mit Schüssen zu stoppen als er aus dem Dschungelversteck davonrannte, verfehlten ihn jedoch.

Der Vogelkundler war im Februar 2012 zusammen mit einem Niederländer in der Provinz Tawi-Tawi auf der Suche nach seltenen Vögeln unterwegs, als sie von den Abu-Sayyaf-Rebellen verschleppt wurden. Die beiden wurden auf Jolo festgehalten - etwa 1000 Kilometer südlich der Hauptstadt Manila. Der Schweizer habe den heute 52-jährigen Niederländer ebenfalls zur Flucht gedrängt, dieser soll nach Angaben der Armee für die Flucht jedoch zu schwach gewesen sein. Sein Schicksal sei unklar.

Hintergründe zu Abu Sayyaf

Abu Sayyaf kämpft im muslimischen Süden der sonst überwiegend katholischen Philippinen für einen eigenen Staat. Die Gruppe hat der Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS) die Unterstützung zugesagt hat. Sie finanziert sich mit Lösegeld. Mehrere Geiseln sollen noch in der Gewalt von Abu Sayyaf sein.

Im Oktober waren zwei Deutsche von den islamistischen Separatisten freigelassen worden. Mitglieder der Terrorgruppe hatten das Paar im Frühjahr während einer Segeltour verschleppt. Nach Angaben der Kidnapper wurde für die Freilassung eine Millionensumme gezahlt. Das Auswärtige Amt hatte sich zu dem Fall nicht geäußert. Nach der Freilassung begannen die philippinischen Streitkräfte mit einer Offensive gegen Abu Sayyaf.

In den Händen der Terroristen sollen sich noch mindestens vier Chinesen, zwei Malaysier, ein Japaner, sowie fünf Philippiner befinden.

Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Kontakt und Impressum
  • AGB