Terrorbekämpfung Wikileaks: FBI sucht weitere 9/11-Terroristen

US-Ermittler fahnden nach weiteren Hintermänner der Anschläge auf das World Trade Center und das Pentagon - laut Wikileaks hinterließ ein Terror-Trio Spuren.

Neue Einzelheiten zu den Hintergründen der Terroranschläge vom 11. September 2001 in den USA gehen aus Dokumenten hervor, die von der Internetplattform Wikileaks enthüllt worden sind. Demnach soll es eine zweite Gruppe von Terroristen aus Katar geben, die Anschlagsziele ausgekundschaftet habe. Diese habe auch Flugtickets nach Washington für den Vorabend der Terrorangriffe gehabt, berichtete der Daily Telegraph.

Attacke aus der Luft: die brennenden Türme des World Trade Centers am 11. September 2001 kurz vor ihrem Einsturz

(Foto: Reuters)

Die britische Zeitung beruft sich auf einen Bericht der US-Botschaft in Katar an das Heimatschutz-Ministerium in Washington. Das FBI fahndet dem Bericht zufolge nach dem Trio. Die Gruppe war den FBI-Erkenntnissen zufolge am 15. August 2001 mit British Airways von London nach New York geflogen.

An der US-Ostküste hätten die drei das World Trade Center, die Freiheitsstatue, das Weiße Haus und weitere Örtlichkeiten in Virginia besucht. Dort befindet sich unter anderem das Pentagon. Am 24. August flogen sie nach Los Angeles weiter und quartierten sich in Flughafennähe ein.

Hotelangestellte berichteten, dass in einem der Zimmer Pilotenuniformen und Computerausdrucke mit Namen von Piloten, Flugnummern sowie Pakete gesehen wurden, die an Adressen in Syrien, Afghanistan, Jerusalem und Jordanien gerichtet waren. Der Depesche zufolge hatten sie am Vorabend der Anschläge Tickets für dasselbe Flugzeug, das tags darauf ins Pentagon krachte.

Hotelzimmer und Flugtickets sollen von einem später festgenommenen Terroristen bezahlt worden sein. Aus dem Botschaftsbericht geht nicht eindeutig hervor, ob der US-Geheimdienst die drei Männer aus Katar für Unterstützer der Terroristen hält oder für eine weitere Terrorzelle, die im letzten Moment ausgestiegen ist.

Bei einer offiziellen Untersuchung der Vorfälle vom 9. September in den USA war der Zeitung zufolge bereits von möglichen Unterstützern in Los Angeles die Rede gewesen. Allerdings wurden nie Details bekannt. Die Botschafts-Depesche aus Doha stammt vom 10. Februar 2010.

dpa/odg