bedeckt München 26°

Terroranschlag:Verdächtige des Londoner Attentats identifiziert

Nach dem Anschlag vom Samstag geht der britische Wahlkampf weiter. US-Präsident Trump macht mit der Tat Politik.

Die britische Polizei hat die drei Männer identifiziert, die am Samstagabend in der Londoner Innenstadt sieben Menschen töteten und 48 verletzten. Zwei der Namen gab sie am Montagabend bekannt: Der 27-jährige Khuram Butt, der in Pakistan geboren wurde und den britischen Pass besaß und der 30-jährige Rachid Redouane, der sich als Marokkaner und Libyer ausgab, lebten beide zuletzt in Barking im Osten Londons. Den Namen des dritten Täters nannte die Polizei nicht.

Der sogenannte Islamische Staat reklamierte die Tat für sich. Die Sicherheitsvorkehrungen in der Hauptstadt seien verstärkt worden, sagte Premierministerin Theresa May am Montag nach einem Treffen des Krisenkabinetts. Die Terrorwarnstufe bleibe auf zweithöchstem Niveau.

Am Samstagabend um 22 Uhr waren die drei Männer in einem Transporter auf den Bürgersteig der London Bridge gefahren, die über die Themse zum Ausgehviertel um den Borough Market führt. Nachdem der Wagen Passanten erfasst hatte, ließen ihn die Attentäter zurück und griffen mit Messern weitere Menschen an. Der Anschlag dauerte eine Viertelstunde; um 22.16 Uhr erschossen acht Polizisten die Täter mit etwa 50 Schüssen. Die Angreifer trugen Attrappen von Sprengstoffgürteln.

Auch zwei Deutsche wurden bei dem Angriff verletzt, einer davon schwer. Die Polizei durchsuchte am Sonntag die Wohnung eines der Angreifer im Osten Londons, wo er mit seiner Frau und zwei Kindern gelebt haben soll. Insgesamt seien bisher sechs Objekte durchsucht worden, so die Polizei. Bei den Razzien wurden fünf Männer und sieben Frauen festgenommen, je ein Mann und eine Frau wurden wieder entlassen.

Am Montag nahmen die britischen Parteien wieder ihre Wahlkampagnen auf, die sie wegen des Attentats ausgesetzt hatten. Am Donnerstag bestimmen die Briten ein neues Parlament. Die meisten Umfragen sagen den Konservativen von Premierministerin May die absolute Mehrheit voraus, allerdings sank der Vorsprung vor der Oppositionspartei Labour zuletzt deutlich.

Labour-Chef Jeremy Corbyn klagte, May habe in ihrer Zeit als Innenministerin 2010 bis 2016 Tausende Stellen bei der Polizei gestrichen und das Land damit unsicherer gemacht. May kündigte an, den Kampf gegen gewalttätige Islamisten zu verschärfen. Sie will unter anderem die Verbreitung von Propaganda im Internet erschweren und gegen islamistische Parallelgesellschaften im Königreich vorgehen.

In den USA nutzte Präsident Donald Trump den Londoner Anschlag, um für sein Einreiseverbot für Menschen aus sechs mehrheitlich muslimischen Staaten zu werben. "Die Gerichte sind so langsam und politisch", klagte Trump. Nachdem sein Einreisestopp von Gerichten gestoppt wurde, hatte das US-Justizministerium eine abgemilderte Version ausgearbeitet und vergangenen Donnerstag dem Obersten Gerichtshof zur Entscheidung vorgelegt. Trump schrieb, eine "viel härtere" Version des Banns sei nötig, um die Sicherheit der USA zu gewährleisten - die "verwässerte, politisch korrekte Version" reiche nicht.