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Terroranschlag in Sousse:Tunesische Polizei nimmt acht Verdächtige fest

  • Die tunesische Polizei hat im Zusammenhang mit dem Terroranschlag in Sousse acht Verdächtige festgenommen. Sie wurden genauso wie der Attentäter im Nachbarland Libyen ausgebildet.
  • Für die Ermittler besteht ein Zusammenhang zwischen dem Attentat in Sousse und dem Angriff auf das Nationalmuseum Bardo.

Festnahmen im Zusammenhang mit Terroranschlag

Nach dem Terroranschlag auf Urlauber im tunesischen Badeort Sousse hat die Polizei in dem nordafrikanischen Land insgesamt acht Verdächtige festgenommen, darunter eine Frau. Aus dem tunesischen Innenministerium hieß es, im Zuge der Ermittlungen seien weitere Festnahmen möglich. Die Verdächtigen sollen ebenso wie der Attentäter von Sousse in Terrorlagern im Nachbarland Libyen ausgebildet worden sein, teilte der tunesische Minister Lazhar Akremi mit.

Nach Angaben der französischen Zeitung Le Monde sehen die tunesischen Behörden einen Zusammenhang zwischen dem Attentat in Sousse und dem Anschlag auf das Nationalmuseum Bardo, bei dem im März mehr als 20 Menschen getötet worden waren. "Es handelt sich um eine Gruppe, die in Libyen trainiert hat und die dasselbe Ziel teilen. Zwei haben das Bardo angegriffen, einer hat Sousse angegriffen", zitiert das Blatt Akremi.

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Was ist passiert

Ein 24 Jahre alter Student hatte am vergangenen Freitag am Badestrand in Sousse 38 Touristen getötet, bevor er selbst erschossen wurde (ein Porträt lesen Sie hier). Zu dem Angriff bekannten sich Unterstützer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in einer nicht verifizierbaren Twitter-Mitteilung. Im libyschen Bürgerkriegschaos haben Extremisten mehrere Teile des Landes unter ihre Kontrolle gebracht.

30 der Opfer in Sousse waren Briten. Auch zwei Deutsche kamen ums Leben. Die tunesische Regierung hatte bereits am Montag die Festnahme mehrerer Verdächtiger gemeldet, die den Attentäter unterstützt haben sollen. Eine Zahl nannte sie nicht.

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