Terroranschlag auf Universität in Garissa:Leichen der Attentäter öffentlich vorgeführt

Die vier Angreifer sprengten sich später selbst in die Luft. Ihre nackten Leichen wurden am Samstag in Garissa von der Polizei öffentlich vorgeführt. Hunderte Einwohner sahen zu, wie die Polizei die auf dem Gesicht liegenden Leichen auf einem Lieferwagen durch die Straßen fuhr. Einige warfen Steine auf die Leichen, andere schrien und fluchten. Etliche Anwohner äußerten Abscheu über die Zurschaustellung der Leichen, während die Polizei erklärte, die Vorführung habe der Identifizierung der Täter dienen sollen.

Die Kämpfer hatten am Donnerstag vor Morgengrauen das Universitätsgelände gestürmt und dutzende Studenten getötet, bevor sie weitere als Geiseln nahmen. Muslimische Studenten wurden freigelassen, Christen dagegen systematisch exekutiert. Kurz vor Einbruch der Dunkelheit stürmten kenianische Soldaten schließlich das Wohnheim, in dem die Angreifer verschanzt waren.

Überlebende in Schrank entdeckt

Am Samstag wurde eine Überlebende gefunden, die sich seit zwei Tagen in einem Schrank versteckte. Eine andere Studentin hatte das Blut getöteter Komilitonen auf ihrem Körper verteilt und acht Stunden lang tot gestellt, wie die kenianische Zeitung Nairobi News in ihrem Online-Auftritt mitteilt.

Die Shabaab-Miliz wollte mit dem Massaker - dem schwersten Anschlag in Kenia seit dem Attentat auf die US-Botschaft in Nairobi 1998 - den Abzug der kenianischen Truppen aus Somalia erzwingen. Diese hatten 2011 den Süden des Landes besetzt und sind bis heute an der Militärmission der Afrikanischen Union beteiligt. Die Shabaab-Miliz verübte bereits mehrfach blutige Angriffe in Kenia, darunter auf ein Einkaufszentrum in Nairobi im September 2013.

Unterdessen drohte die islamistische Rebellengruppe mit weiteren Anschlägen in Kenia. Solange die Kenianer die "gewaltsame Politik" ihrer Regierung und die Unterdrückung der Muslime unterstützten, würden sie den "Preis" dafür bezahlen, hieß es in einer Erklärung der Terrormiliz, die per Twitter verbreitet wurde. Al-Shabaab droht dem Land demzufolge mit einem "langen, schrecklichen Krieg".

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