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Terror in Nizza:Fünf Nizza-Verdächtige verhaftet

  • Der Attentäter von Nizza hat den Anschlag mit 84 Toten nach Angaben der Ermittler über Monate geplant.
  • Er habe dabei Unterstützung durch vier Männer und eine Frau erhalten, sagte der Pariser Staatsanwalt François Molins.
  • Gegen diese fünf Verdächtigen wurde nun Untersuchungshaft angeordnet.

Der Angreifer von Nizza hatte nach neuen Ermittlungserkenntnissen Unterstützung bei der Vorbereitung seines Anschlags - und zwar von mindestens fünf Komplizen. Zudem scheint der 31-jährige Tunesier die Tat seit mehreren Monaten geplant zu haben, wie der französische Anti-Terror-Staatsanwalt François Molins in Paris sagte.

Molins erklärte, die Ermittlungen zu dem Attentat seien "erheblich vorangeschritten". Sie hätten den "vorsätzlichen" Charakter der Tat bestätigt. Unter anderem wurden Fotos von Großveranstaltungen auf der Strandpromenade auf dem Handy des Attentäters gefunden. Außerdem habe er sich über ein auch von Dschihadisten genutztes Aufputschmittel informiert.

Beschuldigt werden fünf Verdächtige

Zudem sei nun klar, dass der 31-jährige Tunesier Mohamed Lahouaiej Bouhlel bei der Vorbereitung und Ausübung des Attentats unterstützt worden sei, sagte Staatsanwalt Molins. Beschuldigt werden in diesem Zusammenhang fünf festgenommene Verdächtigte, vier Männer im Alter von 22 bis 40 Jahren sowie eine 42-Jährige. Sie wurden am Donnerstag einem Richter vorgeführt, anschließend wurde gegen sie Untersuchungshaft angeordnet. Das berichtet die französische Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft in Paris in der Nacht zum Freitag.

Sie sollen unter anderem wegen Mordes und Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung angeklagt werden. Drei von ihnen sollen dem Täter die Waffe besorgt haben, mit der er auf die Polizisten geschossen hatte. Bei einem der mutmaßlichen Komplizen wurden außerdem eine Kalaschnikow und Munition sichergestellt. Bislang hatten die Ermittler nur davon gesprochen, dass der Angreifer die Tat über mehrere Tage vorbereitet habe.

Der 31-jährige Attentäter war vor einer Woche mit seinem Lastwagen in eine Menschenmenge gerast, die in Nizza einem Feuerwerk anlässlich des französischen Nationalfeiertages zusehen wollte. Der Attentäter konnte erst nach zwei Kilometern gestoppt werden und wurde von Polizisten erschossen. Die Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS) beanspruchte das Attentat für sich.

© SZ.de/dpa/rtr/bepe/lalse
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