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Terror in Frankreich:"Die Bedrohung war noch nie so groß"

Manuel Valls nach dem Besuch einer Kirche in Villejuif

(Foto: AFP)
  • Seit Januar sind in Frankreich nach Angaben von Premierminister Manuel Valls fünf Terroranschläge vereitelt worden.
  • Zuletzt hatte die französische Polizei am Sonntag einen 24-jährigen algerischen Studenten festgenommen, der einen Anschlag auf eine oder zwei Kirchen geplant haben soll.
  • Valls kündigte nun an, die Kirchen in Frankreich besser zu schützen.

"Wer eine Kirche angreift, greift ein Symbol Frankreichs an"

Seit den Pariser Terroranschlägen im Januar sind in Frankreich fünf weitere Attentate verhindert worden. Das sagte Premierminister Manuel Valls dem Fernsehsender France Inter. Zuletzt hatte die französische Polizei am Sonntag einen Anschlag auf eine Kirche in Villejuif südlich von Paris vereitelt.

Valls kündigte nun an, christliche Gotteshäuser besser schützen lassen zu wollen. "Gläubige Katholiken müssen ihre Religion ausüben und ohne Angst zur Messe gehen können", sagt er bei einem Besuch in Villejuif. "Wer eine Kirche angreift, greift ein Symbol Frankreichs an. Hier sollte die Seele Frankreichs getroffen werden." Von den etwa 45 000 französischen Kirchen stehen derzeit 178 unter besonderem Schutz, darunter Notre Dame in Paris.

1573 Franzosen könnten Terrornetzwerken zugerechnet werden

"Die Bedrohung war noch nie so groß, mit einer solchen Art von Terrorismus hatten wir es in unserer Geschichte noch nie zu tun", sagte Valls. Es gebe 1573 Franzosen oder Menschen mit Wohnsitz in Frankreich, die "terroristischen Netzwerken zugerechnet werden könnten". 442 befänden sich aktuell in Syrien, 97 seien dort ums Leben gekommen.

Hinweise auf Verbindungen zu den Terrornetzwerken al-Qaida und IS gebe es auch im aktuellen Fall des 24-jährigen Studenten, der am Sonntag festgenommen worden war. "Diese Leute handeln nicht allein, das haben wir bei den Attentaten im Januar gesehen. Es gibt Netzwerke, es gibt Leute, die logistische Unterstützung bereitstellen", sagte der Premierminister.

Bereits am Sonntag war in Paris ein 24-jähriger Student aus Algerien festgenommen worden. Französische Polizisten hatten in seinem Auto und in seiner Wohnung ein Waffenarsenal entdeckt sowie konkrete Pläne, denen zufolge der Mann noch am selben Tag ein Attentat auf eine oder zwei Kirchen in Villejuif geplant habe.