bedeckt München 28°

Terror-Ermittlungen:Mutmaßlicher Islamist kommt wieder frei

Razzia gegen islamistische Gefährder in Düren

Bei der Razzia Mitte Juli wurden mehrere Wohnungen in Köln und Düren durchsucht und Unterlagen sichergestellt.

(Foto: dpa)
  • Ein 20-Jähriger aus dem nordrhein-westfälischen Düren, der vor knapp zwei Wochen bei einer Razzia im islamistischen Milieu in Gewahrsam genommen worden war, ist wieder frei.
  • Er habe zwar eine extremistisch-salafistische Gesinnung, es gehe aber keine konkrete Gefahr von ihm aus, teilte die Polizei mit.
  • Zwei weitere Männer bleiben in Gewahrsam.

Von den drei mutmaßlichen Islamisten, die Mitte Juli nach einer Anti-Terror-Razzia in Nordrhein-Westfalen in Langzeitgewahrsam genommen worden waren, ist einer wieder frei. Der 20 Jahre alte Mann aus Düren wurde am Samstagabend entlassen, wie die Polizei in Köln mitteilte.

Die Ermittler hätten in den vergangenen Tagen fünf Smartphones, eine Fotokamera, mehrere USB-Sticks und einen Laptop des Mannes ausgewertet. Für den Staatsschutz stehe fest, dass er eine extremistisch-salafistische Gesinnung habe und regelmäßig in salafistischen Kreisen verkehre. Eine konkrete Gefahr gehe von dem 20-Jährigen aber nicht aus, hieß es weiter.

Weiterhin in Gewahrsam sitzen zwei 30 und 21 Jahre alte, als islamistische Gefährder eingestufte Männer. Die bei ihnen sichergestellten Daten würden unter Hochdruck analysiert, teilte die Polizei mit. Beide sind noch bis mindestens Mittwoch in Polizeigewahrsam: Nach dem nordrhein-westfälischen Polizeigesetz können Verdächtige bis zu zwei Wochen in Langzeitgewahrsam gehalten werden. Sogenannten Gefährdern wird die Begehung schwerer Straftaten bis hin zu einem Anschlag zugetraut.

Mitte Juli hatten Spezialeinheiten in Köln und Düren mehrere Wohnungen von Personen durchsucht, die im Verdacht stehen, möglicherweise einen Terroranschlag geplant zu haben. Als zentrale Figur gilt der 30-jährige Wael C., ein deutsch-libanesischer Konvertit aus Berlin, der in der dortigen Dschihadisten-Szene bestens vernetzt sein soll. Er wird bereits seit 2013 vom Verfassungsschutz als Gefährder eingestuft und soll in einem abgehörten Telefonat indirekt Anschlagspläne geäußert haben.