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Tempelhofer Feld:Für die Brache - gegen Wowereits Masterplan

Tempelhofer Feld

Idylle soll Idylle bleiben: das Tempelhofer Feld in Berlin.

(Foto: AP)

Einst Flughafen, jetzt freie Fläche. So soll es bleiben, sagen die Berliner zum Tempelhofer Feld. Ihr Volksentscheid ist auch ein Nein zu SPD-Bürgermeister Wowereit und seiner Politik des Masterplans. Sie genügt heutzutage nicht mehr.

Das Tempelhofer Feld bleibt, was es ist: eine Brache. Mehr als ein Viertel der Berliner haben dafür gestimmt. Dabei war das Votum eher ein Dagegen-Votum: gegen Klaus Wowereit, der, obwohl in Tempelhof aufgewachsen, die Stimmung seiner Bürger nicht mehr zu deuten weiß; gegen die Politik in Berlin, die im Großen wie im Kleinen immer wieder zeigt, dass sie ambitionierten Bauprojekten nicht gewachsen ist; gegen die Durchökonomisierung noch des letzten Winkels, wie sie zum Beispiel in München zu beobachten ist.

Es ist kein sonderlich kluges Votum, das die Berliner da abgegeben haben. Denn es geht denen, die für die Brache gestimmt haben, auch darum, den Charakter der Stadt zu erhalten. Doch ein Wesenszug Berlins war immer, dass man hier günstig wohnen kann. Wo sollen diese Wohnungen nun gebaut werden?

Selbst wenn die Gemütslage, die zu diesem Ergebnis geführt hat, nur noch schwer auseinanderzufieseln ist, das Versagen der Politik ist in einem Punkt klar: Wenn die Bürger beteiligt werden, müssen sie ernsthaft beteiligt werden. Einen Masterplan wie im Fall Tempelhof zu beschließen und den in vielen Vorträgen und Foren durchzuargumentieren - das genügt nicht mehr. Die Planer müssen sich die Mühe machen, die Bürger gleichberechtigt in ihre Vorhaben einzubeziehen. Das ist zäh, anstrengend und nervt bestimmt ziemlich. So aber geht Politik.

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