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Telefonat mit saudischem König:Merkel fordert schnelle Aufklärung im Fall Khashoggi

Wer trägt Schuld am Tod von Jamal Khashoggi? Kanzlerin Merkel verlangt Aufklärung.

(Foto: AP)
  • Kanzlerin Merkel hat bei einem Telefonat mit dem saudischen König Salman "eine rasche (...) Aufklärung" der Todesumstände des Journalisten Khashoggi gefordert.
  • Außerdem stehe Deutschland bereit, zusammen mit internationalen Partnern "angemessene Maßnahmen" zu ergreifen, erklärte Merkel weiter.
  • Die Bundesregierung hat bereits einen vorübergehenden Genehmigungsstopp für Rüstungsexporte nach Saudi-Arabien verkündet.
  • Khashoggis Sohn ist unterdessen in die USA ausgereist.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat von Saudi-Arabien "eine rasche, transparente und glaubhafte Aufklärung" der Todesumstände des regimekritischen Journalisten Jamal Khashoggi gefordert. Der genaue Tathergang müsse aufgeklärt und alle Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden, sagte Merkel in einem Telefonat mit dem saudischen König Salman nach Angaben der Bundesregierung.

Im Lichte der laufenden Entwicklungen des Falles stehe Deutschland bereit, zusammen mit internationalen Partnern "angemessene Maßnahmen" zu ergreifen, erklärte Merkel ohne nähere Erläuterung weiter. Mit Blick auf die humanitäre Lage in Jemen rief Merkel Saudi-Arabien dazu auf, alles in seiner Macht Stehende zu tun, den Zugang für humanitäre Hilfsleistungen wirksam zu erleichtern.

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Mohammed bin Salman äußert sich auf dem Wirtschaftsforum in Riad erstmals öffentlich zu dem Fall. Zuvor telefonierte er mit dem türkischen Präsidenten.

Saudi-Arabien präsentiert neue Version des Tathergangs

Die Bundesregierung hat bereits einen vorübergehenden Genehmigungsstopp für Rüstungsexporte nach Saudi-Arabien verkündet. Bereits genehmigte Exporte werden überprüft. Am Donnerstag hatte die Staatsanwaltschaft in Saudi-Arabien erstmals erklärt, der Journalist sei im saudischen Konsulat in Istanbul Anfang Oktober vorsätzlich getötet worden. Nach anfänglichem Dementi hatte das Königshaus bislang die Version verbreitet, Khashoggi sei bei einer Auseinandersetzung nach einem aus dem Ruder gelaufenen Verhör versehentlich getötet worden.

Mit der neuen Version des Tathergangs versucht Saudi-Arabien, den massiven internationalen Druck auf das Land zu verringern. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan hatte von einem "brutalen Mord" gesprochen. US-Präsident Donald Trump sagte, die Tötung Khashoggis sei dilettantisch verschleiert worden. Saudi-Arabien hat 18 Personen wegen der Tötung von Khashoggi festgenommen.

Einer unabhängigen UN-Ermittlerin zufolge sei Khashoggi Opfer einer "außergerichtlichen Hinrichtung" durch den saudischen Staat geworden. Die Personen, die die Tötung ausgeführt und eingefädelt hätten, "sind hoch genug, um den Staat zu repräsentieren", sagte die Sonderermittlerin Agnes Callamard in New York. Man wisse noch nicht, von welcher Hierarchieebene die Anordnung zum Mord an Khashoggi gekommen sei, ergänzte Callamard. Gleichzeitig bekräftigte sie ihre frühere Forderung nach einer unabhängigen Untersuchung des Vorfalls unter Aufsicht der Vereinten Nationen.

Der Sohn Khashoggis hat Saudi-Arabien unterdessen angeblich verlassen und soll in die USA eingereist sein. Der Sender CNN berichtete, dass er nach Aufhebung seiner Ausreisesperre in den Vereinigten Staaten angekommen sei und berief sich dabei auf eine Quelle aus dem Umfeld der Familie. Demnach hat Salah bin Jamal Khashoggi sowohl die saudische Staatsbürgerschaft als auch die der USA.

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Nun heißt es auch aus Saudi-Arabien, dass die Tat geplant worden sei. Bisher besagte die offizielle Version, dass Khashoggi in Folge eines "Faustkampfs" im Konsulat in Istanbul zu Tode gekommen sei.