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Tel Aviv:Palästinenser greift Businsassen mit Messer an

  • In Tel Aviv greift ein junger Palästinenser Menschen in einem Bus an. Neun Personen werden verletzt.
  • Der 23-jährige Täter wird nun verhört.
  • Die Hamas feiert die Attacke als "heldenhaft".

Messerattacke in Bus

Ein junger Palästinenser hat in Tel Aviv Menschen in einem Bus mit einem Messer angegriffen und mindestens neun Personen verletzt. Die israelische Polizei vermutet einen terroristischen Hintergrund. Polizeisprecher Micky Rosenfeld schrieb am Mittwoch auf Twitter, fünf Menschen seien mittelschwer bis schwer, vier weitere leicht verletzt.

Israelischen Medien zufolge zog der Mann in einem Linienbus ein Messer und stach zunächst auf den Busfahrer und dann auf Passagiere ein. Der Polizei zufolge wurde er anschließend nahe des Tatorts gefasst. Er habe versucht, zu fliehen, sei aber von einem vorbeikommenden Justizvollzugsbeamten ins Bein geschossen worden.

Der Täter werde nun verhört. Es handle sich um einen 23-jährigen Palästinenser aus Tulkarem im Westjordanland. Er soll sich Medienberichten zufolge illegal in Israel aufgehalten haben.

Der Tatort wurde abgesperrt. Die Sicherheitsvorkehrungen in Tel Aviv wurden verschärft. Die Polizei patrouilliere, um weitere Angriffe zu verhindern, sagte Rosenfeld.

Netanjahu macht Palästinenserführung mitverantwortlich

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat die Palästinenserführung für die Messerattacke mitverantwortlich gemacht. Der Angriff sei "das direkte Ergebnis der giftigen Anstachelung durch die Palästinenserbehörde gegen die Juden und ihren Staat", sagte Netanjahu. "Derselbe Terrorismus versucht uns in Paris, Brüssel und überall zu attackieren." Die Regierung werde weiterhin entschieden gegen Terrorismus vorgehen.

Israels Außenminister Avigdor Lieberman nannte unter anderen Palästinenserpräsident Mahmud Abbas, Hamas-Führer Ismail Hanija und zwei arabische Knesset-Abgeordnete als Mitverantwortliche. "Sie alle sind Teil eines Prozesses, der das Recht Israels untergräbt, als jüdischer Staat zu existieren", sagte Lieberman nach Berichten israelischer Medien.

Hamas feiert Angriff als "heldenhaft"

Die radikalislamische Palästinenserorganisation Hamas lobte den Angriff als "heldenhaft". Hamas-Führer Isat al-Rischek schrieb auf Twitter von einer "natürlichen Antwort auf die Besatzung".

Nach dem Gazakrieg im Sommer 2014 ist es in Israel vermehrt zu Konfrontationen mit Palästinensern und zu Anschlägen gekommen. In Tel Aviv hatte ein Palästinenser im November einen Soldaten erstochen. Zuletzt waren Ende Dezember in der Jerusalemer Altstadt zwei Polizisten mit einem Messer verletzt worden.

© Süddeutsche.de/AFP/Reuters/dpa/sks/gal

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