Am Abend kann Shanyan nicht sprechen, „bin gerade auf der Straße“, schreibt er in einer Telegram-Nachricht. Shanyan, 24, ist ein junger Teheraner, ein angehender Ingenieur. Einer, der in den sozialen Medien in Kapuzenpulli und Sonnenbrille posiert. „Ich melde mich“, schreibt er und schickt ein paar Emojis: Herzen in den iranischen Farben, grün, weiß und rot. Ein Faust-Emoji. Und eine Sanduhr. Als wäre es nur noch eine Frage der Zeit, bis etwas passiert.
Proteste in Iran„Wir können nicht mehr“
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Iran erlebt die vierte Protestwelle in acht Jahren – wieder geht es auch um Freiheit, aber dieses Mal besonders um die wirtschaftliche Not. Auf die Straße wagen sich die Ärmeren, die Verzweifelten.
Von Raphael Geiger, Istanbul
