Tea-Party-Kandidat Joe MillerDann hat es Klick gemacht

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Joe Miller, Tea-Party-Kandidat für den Senatsposten in Alaska, will nicht mehr mit der Presse reden. Ein Journalist hat es dennoch versucht - und wurde von Millers Sicherheitsleuten kurzerhand festgenommen.

Angelika Hild

Die Handschellen klickten, bevor Tony Hopfinger lange protestieren konnte. Der Herausgeber der Zeitung Anchorage Daily News aus Alaska wollte bei einer Wahlkampfveranstaltung Joe Miller interviewen, den republikanischen Kandidaten für den Senatsposten im nördlichsten Bundesstaat der USA. Aber Hopfinger kam nicht dazu: Millers Sicherheitsleute nahmen ihn vorher fest.

"Wir haben eine Linie im Sand gezogen. Sie können mich zu Hintergrundthemen befragen oder zu persönlichen Angelegenheiten - ich werde nicht antworten." Der republikanische Kandidat für den Senatsposten in Alaska hat keine Lust mehr auf die Presse.
"Wir haben eine Linie im Sand gezogen. Sie können mich zu Hintergrundthemen befragen oder zu persönlichen Angelegenheiten - ich werde nicht antworten." Der republikanische Kandidat für den Senatsposten in Alaska hat keine Lust mehr auf die Presse. AP

Er sei aggressiv geworden und habe einen Mann geschubst, erklärten die Securities nach Berichten amerikanischer Medien. Außerdem habe er eine Kamera in Millers Gesicht gehalten und diesen bedrängt. Der Reporter hat eine andere Version. Hopfinger zufolge war es ein Sicherheitsmann, der ihn gestoßen habe. Dagegen habe er sich gewehrt.

Miller, der der ultra-konservativen Tea-Party-Bewegung angehört, hatte eine Woche zuvor plötzlich angekündigt, er werde ab sofort keine Pressefragen mehr beantworten. "Wir haben eine Linie im Sand gezogen. Sie können mich zu Hintergrundthemen befragen oder zu persönlichen Angelegenheiten - ich werde nicht antworten. Ich werde einfach nicht antworten", hatte er erklärt.

Kurz zuvor waren Vorwürfe laut geworden, nach denen der frühere Anwalt im Jahr 2008 Computer des Verwaltungsbezirks der alaskischen Stadt Fairbanks für seinen Wahlkampf benutzt hatte, als er versuchte, einen Parteifreund aus seinem Amt als Parteivorsitzender für Alaska zu verdrängen. Wegen des Vorfalls habe Miller fast seinen Job bei der Stadt verloren, hatte der frühere Bürgermeister von Fairbanks in der vergangenen Woche erklärt.

Hopfingers Interview-Versuch fand statt im Rahmen einer von Millers Wahlkampfauftritten in einer öffentlichen Schule. Laut Anchorage Daily News hatte Miller im Vorfeld der Veranstaltung Bürger via facebook und twitter eingeladen - das von Miller engagierte Sicherheitsunternehmen erklärte dagegen, das Ganze sei eine private Veranstaltung gewesen.

"Sie haben die Schule für eine Privatveranstaltung gebucht," sagte ein Sprecher der Sicherheitsfirma. "Das war kein öffentlicher Raum." Daher seien die Securities im Recht gewesen, als sie Hopfinger festnahmen. Den Anchorage Daily News zufolge war Hopfinger vorher gewarnt worden, er würde wegen unbefugten Betretens verklagt, sollte er nicht das Gebäude verlassen.

"Das ist eine öffentliche Schule und es war eine öffentliche Veranstaltung", erklärte dagegen Hopfinger. Der Journalist wurde erst freigelassen, als die Polizei am Ort des Geschehens ankam. Die will ihre Erkenntnisse nun an die Staatsanwaltschaft weiterleiten.

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