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Bundesregierung: Tag der offenen Tür:"Die Merkel ist aber klein"

Am Tag der offenen Tür kommen die Bürger den Politikern nahe: Während sich einige Minister rechtfertigen müssen, schwebt beim "Staatsbesuch" einer selig auf der Wolke seiner Popularität: Verteidigungsminister zu Guttenberg.

Karl-Theodor zu Guttenberg hat es leichter als die anderen. Auch Thomas de Maizière, der Bundesinnenminister, nahm auf dem Stuhl der Bundespressekonferenz Platz. Es ist der Tag der offenen Tür der Bundesregierung und die Bundespressekonferenz ist der Ort, an dem die Politiker mit den Bürgern diskutieren.

'Tag der offenen Tür' im Bundeskanzleramt

...aber immerhin ist sie groß genug, um Autogramme zu geben. Angela Merkel beim Tag der offenen Tür im Kanzleramt.

(Foto: dpa)

So ist es gedacht, so war es auch bei de Maizière. Es kamen ausschließlich Fragen zur Sicherheitslage, zu den Problemen der Integrationspolitik, zu Jugendkriminalität und Datenschutz. Die Bürger formulierten provokant, sie hakten nach, und de Maizière musste seine Politik verteidigen. Persönliches wollten sie von ihm nicht erfahren.

Als Guttenberg am selben Platz, nur eben einen Tag später, am Sonntagmittag, die Leute begrüßt, meldet sich eine junge Mutter in der vierten Reihe und sagt: "Ich bewundere Ihre Geradlinigkeit, Ihre Konsequenz, Ihr gutes Standing. Ich fände es toll, wenn meine drei Kinder auch Menschen werden, die zu Ihrem Wort stehen." Guttenberg lächelt verlegen, und Freunde des politischen Diskurses würden in diesem Moment am liebsten Stopp rufen.

An Guttenberg perlt alles ab

Der Verteidigungsminister hat gerade nicht weniger Probleme als de Maizière und die anderen im Bundeskabinett. Es wird gestritten um die Wehrreform, vielen Parteikollegen aus der Union passt nicht, dass an der Wehrpflicht gerüttelt wird. Es ist also keine leichte Zeit für einen Bundesverteidigungsminister. Außerdem fallen die Umfragen für die Bundesregierung vernichtend aus. Aber das alles perlt an Guttenberg ab, er scheint davon nicht berührt zu sein - als ob er nicht Teil dieser Regierung wäre.

Bei de Maizière ging es um die Probleme der Innenpolitik, bei Guttenberg geht es vor allem um Guttenberg. Wie viele Stunden er denn am Schreibtisch verbringt? Was ihm mehr Spaß macht, Wirtschaft oder Verteidigung? Wann er denn den CSU-Parteivorsitz übernimmt? Es kommen auch Fragen zur Wehrreform, die meiste Zeit aber darf Guttenberg strahlen und plaudern.