SZ-Werkstatt Demokratie Europa zwischen Krise und Aufbruch

Braucht die EU eine Verfassung? Eine richtige Regierung? Eine Hymne? Die zentralen Ergebnisse der SZ-Umfrage.

Von Camilla Kohrs

Wie die Zukunft eines europäischen Staatenbundes aussehen könnte, darüber streiten sich Politiker mindestens seit Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft vor 62 Jahren. Aus der damals wirtschaftlich orientierten Gemeinschaft ist mittlerweile eine Union geworden, aus sechs Mitgliedern wurden 28. Bald wird es wohl eins weniger sein. Über Jahrzehnte erhielt die EU schrittweise immer mehr Kompetenzen, es gab Wahlen, die Schengenabkommen, den Euro. Mittlerweile stagniert die Integration. Euro-Krise, nationalistische Tendenzen und der Umgang mit Migration haben die Gemeinschaft in den vergangenen Jahren mehr beschäftigt als die Zukunft. Daher konnte bisher auch der motivierte französische Präsident, Emmanuel Macron, nicht viel ändern.

"Europas Zukunft - in welcher Heimat wollen wir leben?" - zu diesem Thema hat die Redaktion im Rahmen der Werkstatt Demokratie mit Lesern in Berchtesgaden und Bad Reichenhall diskutiert, zahlreiche Texte, Videos, Podcasts veröffentlicht. Und in einer Leserumfrage gefragt: Braucht die EU eine Verfassung? Eine richtige Regierung? Eine Hymne? Hat sie eine Zukunft? Mehr als 50 000 Leser haben alle 20 Fragen beantwortet. Ein Großteil von ihnen wünscht sich mehr Europa statt weniger. Uneiniger waren sich die SZ-Leser bei Fragen zur europäischen Identität, und skeptisch stehen viele einer noch umfangreicheren Erweiterung der EU gegenüber.