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Syrische Seite der Golanhöhen:Iranischer General bei israelischem Luftangriff getötet

  • Bei einem Luftangriff im syrischen Teil der Golanhöhen tötet die israelische Armee mindestens fünf Kämpfer der extremistischen Hisbollah-Miliz.
  • Unter den Opfern soll sich neben dem Sohn eines früheren Hisbollah-Militärchefs auch ein iranischer General befinden.
  • Nun werde Racheaktionen der Hisbollah befürchtet.

Israelisches Militär tötet iranischen General

Bei einem Angriff auf einen Hisbollah-Konvoi sollen die israelischen Streitkräfte auch einen iranischen Soldaten getötet haben. General Mohammed Ali Allahdadi sei bei einem Helikopterangriff der Israelis auf der syrischen Seite der Golanhöhen ums Leben gekommen, meldete die iranische Nachrichtenagentur Fars. Als Mitglied der Revolutionsgarden habe er "den unterdrückten Menschen Syriens gegen die IS-Miliz" geholfen.

Aus Hisbollah-Kreisen hieß es am Sonntag, unter den Toten des Angriffs seien drei Kommandeure, darunter auch Dschihad Mughnijeh, der Sohn des 2008 getöteten Hisbollah-Militärkommandeurs Imad Mughnijeh. Die Kämpfer seien zu einer "Inspektion" unterwegs gewesen. Nach Angaben der syrischen Nachrichtenagentur Sana, die sich auf Militärkreise berief, sind bei dem Angriff sogar sechs Hisbollah-Kämpfer ums Leben gekommen.

Ein israelischer Hubschrauber beschoss demnach unweit der von Israel besetzten Golanhöhen den Konvoi, in dem die Hisbollah-Mitglieder unterwegs waren. Israel hat den Angriff bislang weder bestätigt noch dementiert. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu pochte am Montag jedoch auf ein umfassendes Recht zur Verteidigung seines Landes: "Wir werden alles tun, was nötig ist, um uns selbst zu verteidigen, wo auch immer."

Racheaktionen werden befürchtet

Mughnijeh wurde am Montag im libanesischen Beirut beerdigt. Tausende Hisbollah-Anhänger wohnten der Zeremonie bei, "Tod Israel" riefen sie nach Augenzeugenberichten.

Es wird befürchtet, dass es zu Racheaktionen der Hisbollah gegen Israel kommen könnte. Es sei gefährlich, den Sohn des 2008 bei einem Autobombenanschlag in Damaskus getöteten Hisbollah-Militärchefs Imad Mughnijeh umzubringen, sagte Nabil Bumonsef, ein Kolumnist der libanesischen Zeitung An-Nahar. "Ich denke nicht, dass die Gruppe jetzt ruhig sein kann, jetzt, wo der Vater und der Sohn getötet wurden. Ich erwarte, dass sie etwas unternehmen werden."

Der Krieg zwischen Israel und der Hisbollah

Israel und die Hisbollah lieferten sich 2006 einen 34-tägigen Krieg. Die Miliz wirrft Israel vor, für die Tötung Imad Mughnijahs verantwortlich zu sein. Israel hat dies stets zurückgewiesen. Mughnijah wurde mit mehreren schweren Angriffen in Verbindung gebracht, etwa mit dem Bombenanschlag auf die US-Botschaft in Beirut 1983 oder auf die israelische Botschaft in Buenos Aires neun Jahre später. Eine Woche nach seinem Tod trat sein nun wohl ums Leben gekommener Sohn Dschihad erstmals öffentlich in Erscheinung, als er Hisbollah-Anführer Sajjed Hassan Nasrallah die Treue schwor.

Welche Rolle Dschihad Mughnijah in Syrien spielte, war nicht klar. Die Hisbollah kämpft in Syriens Bürgerkrieg an der Seite der Einheiten von Präsident Baschar al-Assad. Der Staatschef versucht seit fast vier Jahren, einen Aufstand gegen seine Herrschaft niederzuschlagen. Gleichzeitig ist Syrien neben dem Irak zur Hochburg der radikalen Miliz "Islamischer Staat" (IS) geworden.