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Syriens Minister für nationale Versöhnung:"Der einzige Ausweg ist der politische Dialog"

Ali Haidar ist Minister für Versöhnung - in einem Land des Kriegs. Weder die syrischen Rebellen noch das Regime können den Konflikt militärisch gewinnen, sagt er im SZ-Gespräch. Haidar setzt auf Dialog und Hilfshotlines. Und klingt dabei wirklichkeitsfern.

Militärisch können den Bürgerkrieg in Syrien weder das Regime noch die Aufständischen gewinnen. Dies sagte der von Präsident Baschar al-Assad neu eingesetzte Minister für die nationale Versöhnung der Süddeutschen Zeitung in Damaskus. "Wenn sich fünf Millionen Syrer gegen den Präsidenten erheben, sind sofort fünf Millionen andere Syrer für ihn. Der einzige Ausweg ist der politische Dialog - ohne jede Vorbedingungen", sagte Minister Ali Haidar, der seit etwa einem Monat im Kabinett sitzt.

Syrien

Ein Mitglied der Freien Syrischen Armee in Aleppo. Ali Haidar, der neu eingesetzte syrische Minister für nationale Versöhnung, setzt trotz der Eskalation des Bürgerkriegs im SZ-Gespräch auf einen "politischen Versöhnungsmechanismus".

(Foto: REUTERS)

Die größte Gefahr für Syrien sei aber "die ausländische Einmischung" in den Konflikt. Dieser sei "von einem innersyrischen Aufstand mit zum Teil berechtigten Forderungen" zu einem zunehmend von außen gesteuerten Konflikt geworden. "Dabei sind die vormals berechtigten Forderungen der Opposition längst dritt- oder viertrangig geworden", sagte Haidar. "Die Intervention dient allein den Interessen Israels", kritisierte der Minister, der schwere Vorwürfe gegen die USA, Saudi-Arabien, Katar und die Türkei als angebliche Komplizen einer internationalen Verschwörung gegen sein Land erhob.

Einspruch ist in diesem Punkt aus der Assad-Regierung kaum zu erwarten. Mit seinem Verneinen einer militärischen Lösung widerspricht Haidar aber zumindest in Teilen der klar erkennbaren Linie des Regimes, den Aufstand mit Gewalt niederzuschlagen. Die Sicherheitskräfte setzen seit 16 Monaten auf eine militärische Lösung; eine staatsnahe Zeitung hatte die derzeit laufende Schlacht um die Metropole Aleppo als die "Mutter aller Schlachten" bezeichnet, mit ihr werde der Aufstand bald beendet.

Gotteskrieger auf Seiten der Rebellen?

Gleichzeitig warf Haidar der internationalen Staatengemeinschaft Blindheit vor. Auf der Seite der syrischen Rebellen kämpften immer mehr Dschihadisten und Gotteskrieger "aus Afghanistan und Marokko. Die Leute, die für den 11. September verantwortlich sind, greifen nun also mit Billigung der Staatengemeinschaft die syrischen Städte Damaskus und Aleppo an", behauptete Haidar.

Der Minister für die nationale Versöhnung ist einer von zwei Vertretern der vom Regime offiziell anerkannten Oppositionsparteien im Kabinett. Die Aufständischen selbst erkennen Parteien wie Haidars nationalistisch-linke Partei SSNP jedoch nicht als Oppositionskräfte an. Sie bezeichnen sie als Teil des Assad-Regimes: Assads Versöhnungsangebot sei ein Täuschungsversuch, Vorbedingung für jeden politischen Dialog sei, dass der Staatschef und sein Regime abtreten. Dessen ungeachtet sagte Haidar: "Ich bin Minister der Regierung, aber bleibe zugleich Mitglied der Opposition und kämpfe für die Rechte aller Syrer."

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