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Syrienkrieg:UN: Regierung und Rebellen schuld an gescheiterter Aleppo-Evakuierung

A man rides a bicycle near damaged buildings in the rebel held besieged al-Sukkari neighbourhood of Aleppo

Während der Waffenruhe: Ein Mann fährt durch das zerstörte Sukkari-Viertel von Aleppo.

(Foto: REUTERS)
  • "Wieder einmal haben die politische und militärische Logik in Syrien über die elementare Menschlichkeit gesiegt", sagt der UN-Nothilfekoordinator.
  • Die Gefechte in Aleppo werden wieder fortgesetzt.

Die Vereinten Nationen (UN) geben den Kriegsparteien in Syrien die Schuld daran, dass es nicht gelungen ist, kranke und verletzte Menschen aus Aleppo zu evakuieren. Es sei "zutiefst bedauerlich", dass in tagelangen Verhandlungen über ein sicheres Geleit für den Krankentransport kein Ergebnis erzielt werden konnte, kritisierte der UN-Koordinator für humanitäre Hilfe, Stephen O'Brien. "Wieder einmal haben die politische und militärische Logik in Syrien über die elementare Menschlichkeit gesiegt."

Der Widerstand gegen den Plan, die Menschen aus der Stadt zu schaffen, sei sowohl von Rebellen- wie auch von Regierungsseite gekommen, sagte O'Brien. Die Regierung habe sich geweigert, Hilfen für die Verletzten in den Rebellenhochburgen im Osten Aleppos zuzulassen. Die Rebellen hätten ihrerseits Bedingungen aufgestellt, um für die Sicherheit der Krankentransporte zu bürgen. Neben den UN waren das Rote Kreuz, der syrische Rote Halbmond und weitere Hilfsorganisationen an den Verhandlungen beteiligt.

Eine humanitäre Katastrophe droht

Am vergangenen Wochenende war eine von Russland und der syrischen Regierung verkündete Waffenruhe für die Ostteile Aleppos ausgelaufen. Während der Feuerpause hätten Zivilisten und Rebellen die Stadt verlassen sollen. Die Kämpfer lehnten das Angebot allerdings ab und auch Zivilisten verließen die Stadt kaum.

Nach einer dreitägigen Kampfpause vergangene Woche "haben sich die Konfliktparteien noch immer nicht geeinigt, die Militäroperationen sind wieder aufgenommen worden und die Gewalt eskaliert nun", sagte O'Brien. Dabei drohe dem Osten Aleppos eine humanitäre Katastrophe. Gleichwohl würden die Vereinten Nationen und ihre Partner weiter versuchen, Hilfslieferungen in die Gegend zu bringen.

© SZ.de/AP/AFP/sjan/gal

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