Nach Ende des Bürgerkriegs1,63 Millionen Syrer zurückgekehrt – wenige aus Deutschland

Lesezeit: 2 Min.

Zwei Jungen im kriegszerstörten Damaskus-Vorort Daraya (Archivbild): Im Dezember 2024 wurde der langjährige syrische Machthaber Baschar al-Assad gestürzt.
Zwei Jungen im kriegszerstörten Damaskus-Vorort Daraya (Archivbild): Im Dezember 2024 wurde der langjährige syrische Machthaber Baschar al-Assad gestürzt. Omar Sanadiki/AP/dpa
  • Seit dem Machtwechsel in Syrien Ende 2024 sind laut UNHCR etwa 1,63 Millionen Flüchtlinge in das Land zurückgekehrt.
  • Die meisten Rückkehrer kommen aus der Türkei, Libanon und Jordanien, aus Deutschland kehrten bislang nur wenige Tausend zurück.
  • Die Bundesregierung sieht den Schutzgrund für viele syrische Flüchtlinge mit dem Ende des Bürgerkriegs als entfallen an.
Von der Redaktion überprüft

Diese Zusammenfassung wurde mit der Unterstützung einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt. Lesen Sie mehr über unseren Umgang mit KI.

Fanden Sie diese Zusammenfassung hilfreich?
Mehr Feedback geben

Seit dem Machtwechsel in Syrien sind laut UNHCR schon viele Flüchtlinge dorthin zurückgekehrt – die meisten aus benachbarten Staaten. Aus Deutschland sind es bislang wenige Tausend.

SZ bei Google bevorzugen

Seit dem Machtwechsel in Syrien Ende 2024 sind nach UN-Angaben etwa 1,63 Millionen Flüchtlinge in das Land zurückgekehrt. Bis zum 30. April 2026 kehrten laut UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR aus der Türkei fast 640 000, aus Libanon etwa 630 000 und aus Jordanien ungefähr 285 000 Syrer in ihr Herkunftsland zurück. Über Zahlen des UNHCR bis zum Stichtag 16. April berichtete zuvor die Welt am Sonntag.

Deutschland wird in der Aufstellung des UNHCR nicht einzeln genannt, sondern in einer Gruppe „Sonstige Länder“ mit insgesamt rund 6100 Rückkehrern geführt. Nach Angaben des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (Bamf) vom Februar sind allein im vergangenen Jahr 3678 syrische Flüchtlinge aus Deutschland freiwillig in ihr Herkunftsland zurückgekehrt.

Insgesamt leben mehr als 900 000 Syrer in Deutschland. Seit im Dezember 2024 der langjährige syrische Machthaber Baschar al-Assad durch die Islamistenmiliz HTS gestürzt wurde, ist die Zahl der Syrer, die in der Bundesrepublik Schutz suchen, stark gesunken. HTS-Anführer Ahmed al-Scharaa bemüht sich als Übergangspräsident um eine Annäherung an den Westen.

Die Bundesregierung hat zuletzt deutlich gemacht, dass aus ihrer Sicht der Schutzgrund für viele der syrischen Flüchtlinge mit dem Ende des Bürgerkriegs entfallen ist. Das Bamf kann den Wegfall von Schutzgründen wie eine veränderte Situation im Heimatland in sogenannten Widerrufsverfahren prüfen.

Das passiert derzeit bei Syrern aber nicht grundsätzlich, sondern nur nach Verstößen wie unerlaubten Heimreisen oder Straftaten. Für die Widerrufsverfahren sei erforderlich, „dass die Veränderung der Lage im Herkunftsland erheblich ist und nicht nur vorübergehend, sondern dauerhaft stattfindet“, zitiert die Welt am Sonntag das Bamf. Wann die Lage vor Ort eine Ausweitung der Widerrufsprüfungen zulasse, lasse sich nicht prognostizieren.

Das UN-Flüchtlingshilfswerk betonte die Freiwilligkeit der Rückkehr. Jede Rückkehr sollte auf der Entscheidung der Flüchtlinge beruhen, sagte UNHCR-Sprecherin Eujin Byun in Genf auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa. Sie rief dazu auf, Geduld zu bewahren, bis sich die Lage vor Ort verbessert habe und „eine freiwillige, sichere, würdige und nachhaltige Rückkehr“ möglich sei.

In der deutschen Debatte über syrische Flüchtlinge hatten sich zuletzt Politiker von SPD, Grünen und Linken dafür ausgesprochen, befristete Heimatbesuche zu ermöglichen, um Perspektiven für eine mögliche Rückkehr auszuloten. Nach geltender Rechtslage riskieren Flüchtlinge den Verlust ihres Schutzstatus, wenn sie in ihr Herkunftsland reisen. Auch über eine Erhöhung der finanziellen Hilfen zur Rückkehr war diskutiert worden. Die Starthilfe beträgt zurzeit etwa maximal 1000 Euro pro Erwachsenem.

© SZ/dpa/dta - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
Zur SZ-Startseite

Naher Osten
:Dient eine Deutsche im syrischen Gefängnis als Faustpfand gegen Berlin?

Eva-Maria Michelmann ist dabei, als die Kurden in Rojava ihren Traum vom eigenen Staat aufbauen, dann wird sie offenbar von Truppen des syrischen Präsidenten verschleppt. Aus politischem Kalkül, vermutet ihr Bruder.

SZ PlusVon Christoph Koopmann

Lesen Sie mehr zum Thema

  • Medizin, Gesundheit & Soziales
  • Tech. Entwicklung & Konstruktion
  • Consulting & Beratung
  • Marketing, PR & Werbung
  • Fahrzeugbau & Zulieferer
  • IT/TK Softwareentwicklung
  • Tech. Management & Projektplanung
  • Vertrieb, Verkauf & Handel
  • Forschung & Entwicklung
Jetzt entdecken

Exklusive Gutscheine für SZ-Abonnenten: