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Syrien:Putin und Assad haben Fakten geschaffen

Der Einigung vorausgegangen war tagelanges Taktieren. Vereinbart worden war eine Waffenruhe erstmals in München in den Morgenstunden des 12. Februar. Binnen sieben Tagen sollte sie in Kraft treten, hieß es damals. Das galt als Erfolg, denn damit wäre die Waffenruhe schneller gekommen als erwartet. Doch über die Details der Waffenruhe redeten US-Außenminister John Kerry und sein russischer Kollege Sergej Lawrow erst eine Woche später, als die Vereinbarung eigentlich hätte in Kraft treten sollen.

Nun sollen die Waffen vom 27. Februar an schweigen - nur dem Schaltjahr verdanken die Amerikaner, dass der Stichtag nun gerade noch vor dem März liegt. Die Zwischenzeit haben die russische Luftwaffe und Kräfte des Regimes, besonders schiitische Milizen unter iranischem Kommando, genutzt, um vor allem im Raum Aleppo weiter Fakten zu schaffen.

Es muss sich zeigen, wie belastbar die Vereinbarung ist

Stundenlange Telefonate zwischen Kerry und Lawrow hatten am Wochenende die Grundlage für eine Vereinbarung geschaffen, von der sich erst noch zeigen muss, wie belastbar sie ist. Am Sonntagabend meldeten russische Medien, die Außenminister hätten sich grundsätzlich über eine Waffenruhe geeinigt, über die nun die Präsidenten Barack Obama und Wladimir Putin in Kenntnis gesetzt würden. Kerry baute bei seiner Pressekonferenz in Amman ähnliche Rückzugspositionen ein, sprach von einem "vorläufigen und prinzipiellen Einigung", wohl wissend, dass es von Moskau und namentlich von Putin abhängen würde, ob sie zustande kommt.

Den Montag nutzten beide Seiten, um die Einigung mit ihren Verbündeten abzustimmen - Russland mit Damaskus und Teheran, die USA mit Saudi-Arabien, der Türkei, Jordanien und der syrischen Opposition. Offiziell müssen sie nun bis Freitagmittag ihren Schutzmächten mitteilen, ob sie der Waffenruhe zustimmen, doch hätten Putin und Obama sich wohl nicht vorgewagt, hätten sie nicht den wichtigsten Akteuren diesen Schwur schon abgenommen.

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