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Chronologie:2012

Terroristen der Al-Nusra-Front exekutieren syrische Soldaten

Terroristen der Al-Nusra-Front töten 2013 - vermutlich in der Stadt Raqqa - gefangene syrische Soldaten

(Foto: AFP Photo/HO/Youtube)

Al-Nusra-Front bekennt sich zu Anschlägen

Trotz diplomatischer Bemühungen gehen die Kämpfe unvermindert weiter. Aufsehen erregt die Bombardierung der Stadt Homs durch die Regierungstruppen, bei der Hunderte Menschen getötet werden. Im Januar bekennt sich eine neue Terrorgruppe, die Al-Nusra-Front, zu einer Reihe von Anschlägen gegen die syrischen Streitkräfte. Die Gruppe ist ein Ableger der al-Qaida im Irak. Nach den Islamisten etwa von Ahrar al-Scham ist damit eine weitere religiöse Gruppe an den Kämpfen beteiligt - allerdings eine deutlich extremere. Die Terroristen greifen nicht nur das syrische Militär an, sondern töten auch Christen allein wegen ihrer Religion. Allerdings werfen die christlichen Kirchen in Syrien auch der Freien Syrischen Armee vor, Christen zu vertreiben.

Russland verhindert erneut eine UN-Resolution gegen Syrien.

Ein im März vereinbarter Waffenstillstand wird nicht eingehalten. Syrische Soldaten greifen wieder etliche Städte und Dörfer an, aus denen nun Zehntausende Menschen fliehen. Immer wieder kommt es zu Massakern, auch durch Rebellen.

Zehntausende fliehen aus dem Land

Im April ist die Zahl der vom UNHCR registrierten Flüchtlinge auf mehr als 50 000 gestiegen.

Im Juni findet eine erste Friedenskonferenz in Genf statt, an der sich die fünf Vetomächte im UN-Sicherheitsrat, die Türkei und mehrere Staaten der Arabischen Liga beteiligen. Am Ende steht die Forderung nach einer Übergangsregierung, an der die Aufständischen beteiligt sein sollen - von der jedoch auch der Diktator Assad nicht ausgeschlossen werden soll.

Im Juli startet die Regierung einen Angriff auf Aleppo, nun sind schon mehr als 100 000 aus dem Land geflohen, deutlich mehr Menschen sind innerhalb des Landes auf der Flucht vor dem Kämpfen und weil ihre Häuser zerstört wurden.

Rücktritt und Seitenwechsel

Der UN-Sondergesandte für Syrien, Kofi Annan, tritt im August zurück, da seine Vermittlungsversuche erfolglos bleiben. Assads Position wird geschwächt, als sein Ministerpräsident Riyad Hijab zur Opposition wechselt. Doch der Bürgerkrieg geht weiter. Die Rebellen werfen dem Regime den Einsatz von Chemiewaffen vor.

Im Dezember löst die "Nationalkoalition für Oppositions- und Revolutionskräfte" den Syrischen Nationalrat als Dachorganisation der Oppositionellen ab. Sie wird aber nur von einem Teil der Aufständischen anerkannt.

Viele Syrer fliehen weiter nach Europa

Am Ende des Jahres 2012 sind 500 000 Syrer außerhalb ihres Landes von der UNHCR als Flüchtlinge registriert. Mehr als 135 000 davon befinden sich in der Türkei, etwa 110 000 im Libanon, 100 000 in Jordanien und 54 000 im kurdischen Teil des Irak.

Immer mehr Syrer versuchen, von hier weiterzureisen, viele auch in Richtung Europa. Die ersten syrischen Flüchtlinge kommen mit Booten über das Mittelmeer. Andere schlagen sich durch nach Bulgarien, Griechenland, Mazedonien, Rumänien, Serbien und Ungarn. Die meisten wollen weiter in die EU hinein. Von Deutschland aus werden keine syrischen Flüchtlinge mehr nach Griechenland und Italien zurückgeschickt, weil diese Länder mit den Asylbewerberzahlen überfordert sind.

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