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Syrien-Konflikt:Rebellen schießen Armeeflugzeug ab

Syrische Rebellen haben in der Region Idlib ein Flugzeug der Regierungstruppen abgeschossen. Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch wirft dem Assad-Regime Kriegsverbrechen vor. Auch in den Flüchtlingslagern nimmt das Leid der Menschen kein Ende.

Syrische Rebellen haben am Donnerstag nach eigenen Angaben in der nordwestlichen Region Idlib ein Flugzeug der Regierungstruppen abgeschossen. Die örtlichen Koordinationskomitees und die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte erklärten, die Maschine sei in der Nähe des Stützpunktes Abu al-Sohur in der Provinz Idlib im Norden des Landes abgestürzt.

Die Rebellen hätten die Maschine kurz nach dem Start vom Flughafen Abu al-Sohur mit Schnellfeuerwaffen abgeschossen. Die beiden Piloten konnten sich den Angaben zufolge mit Hilfe von Schleudersitzen retten. Sie seien festgenommen worden.

Der Fernsehsender Al Arabija zeigte ein Video, auf dem ein Fallschirm und jubelnde Rebellenkämpfer zu sehen waren. Über der Szene flog ein Militärhubschrauber - möglicherweise auf der Suche nach dem Piloten. Die Echtheit des Videos konnte nicht bestätigt werden.

Human Rights Watch prangert Kriegsverbrechen an

Nach Informationen der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) hat die syrische Armee mit Kampfflugzeugen und Artillerie mehrfach Bäckereien in der Stadt Aleppo beschossen und dabei Dutzende Menschen getötet, die um Brot anstanden. HRW erklärte, entweder seien die Menschen vor den Bäckereien zielgerichtet angegriffen worden oder die Militärs hätten nichts unternommen, um Opfer unter Zivilisten zu vermeiden. Beides seien Kriegsverbrechen.

"Zehn Angriffe auf Bäckereien sind kein Zufall", sagte ein HRW-Vertreter, der selbst in Aleppo war. Dies zeige, dass sie keine Rücksicht auf Zivilisten nähmen, es sei sogar ein starkes Indiz dafür, dass sie Zivilisten gezielt angriffen. "Jeder Pilot, der vorsätzlich eine Rakete auf Brot kaufende Zivilisten abfeuert, und jeder Kommandeur, der einen solchen Befehl gibt, muss für seine Verbrechen zur Verantwortung gezogen worden", forderte der Menschenrechtler.

Proteste in jordanischem Flüchtlingslager

Die Syrer, die aus ihrem Heimatland flüchten konnten, haben in Flüchtlingslagern mit neuen Problemen zu kämpfen. Nach Protesten im jordanischen Flüchtlingslager Saatari kündigte die Regierung des Landes an, dass sie die Verantwortlichen abschieben werde.

Am Dienstag hatten Flüchtlinge im Lager Saatari gegen die Bedingungen in der Notunterkunft protestiert. Sie klagen über mangelnde Sauberkeit und Gesundheitsprobleme, über die unzureichende Stromversorgung und mangelhafte Beleuchtung. Einige berichten sogar von Misshandlungen und Drohungen vonseiten der Lageraufseher.

© Süddeutsche.de/dapd/rtr/AFP/kemp/arie
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