Syrien-Konflikt greift auf Nachbarland über Tote und Verletzte bei Straßenkämpfen in Beirut

Die blutigen Unruhen in Syrien greifen auf das Nachbarland Libanon über. In der Hauptstadt Beirut kommt es zwischen Gegnern und Anhängern des syrischen Machthabers Assad zu massiven Auseinandersetzungen. Sogar Maschinengewehre und Panzerfäuste werden eingesetzt. Zwei Menschen sterben.

Der Konflikt in Syrien weitet sich zunehmend auch ins Nachbarland Libanon aus. Bei Straßenkämpfen zwischen Gegnern und Anhängern des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad in der libanesischen Hauptstadt Beirut sind in der Nacht zwei Menschen getötet und mehrere weitere verletzt worden, wie die staatliche Nachrichtenagentur Lebanese News berichtete.

Brennende Mülltonnen, Maschinengewehre, Panzerfäuste: Gegner und Anhänger des syrischen Staatschefs Baschar al-Assad haben sich in der libanesischen Hauptstadt Beirut schwere Kämpfe geliefert.

(Foto: REUTERS)

Panzer und Soldaten patrouillierten am Montagmorgen in der ganzen Stadt, vor allem aber in Tarik al-Dschadida, wo es zu den Ausschreitungen gekommen war. In dem überwiegend von Sunniten bewohnten Beiruter Viertel hatten sich bewaffnete Unterstützer und Gegner des syrischen Regimes heftige Kämpfe geliefert, bei denen sogar Maschinengewehre und Panzerfäuste eingesetzt wurden.

Einwohner Beiruts ließen wegen der Kämpfe zum Teil ihre Kinder nicht in die Schule. Auch viele Geschäfte blieben am Montag geschlossen, auf den Straßen blieb es aber vorerst ruhig. Die Auseinandersetzungen zwischen pro und anti Assad gesinnten Gruppierungen in Beirut sind die schwersten seit vier Jahren.

Die Behörden bereiteten derweil auch auf mögliche neue Gewalt im Norden des Landes vor, wo der sunnitische Geistliche, dessen Tötung die Zusammenstöße ausgelöst hatte, beerdigt wurde. Tausende Menschen gingen dort auf die Straßen und feuerten mit ihren Gewehren in die Luft. Zudem waren fast alle Geschäfte und Schulen geschlossen, nachdem die örtlichen Behörden zu einem Generalstreik aufgerufen hatten.

Am Sonntag waren an einem Militär-Kontrollpunkt im Norden Libanons der sunnitische Geistliche Ahmed Abdel Wahid und sein Leibwächter erschossen worden. Der Scheich war ein bekannter Gegner des Assad-Regimes. In der Folge kam es zu Protesten von Anhängern des Geistlichen in Beirut sowie in nördlichen und östlichen Teilen des Landes.

Gewalt in Syrien dauert an

Ein Militärgericht ordnete inzwischen die Festnahme von drei Offizieren und 19 Soldaten an, die den Kontrollpunkt bemannt hatten, an dem der Geistliche und sein Begleiter erschossen wurden.

Der Libanon ist in der Syrien-Frage tief gespalten. Es gibt eine Reihe klar pro-syrischer Parteien, und auch Teile der Bevölkerung unterstützen die Regierung von Präsident Assad. Die andere Seite ist gegen Assad, unter anderem weil sie befürchtet, Syrien habe noch immer zu viel Einfluss im Libanon.

Aus Syrien selbst meldeten Aktivisten ebenfalls wieder Dutzende Tote. Bei einem Angriff auf die Stadt Soran in der zentralsyririschen Provinz Hama kamen nach Angaben des Syrischen Observatoriums für Menschenrechte am Sonntag mindestens 39 Menschen ums Leben. Ein Aktivist bezifferte die Zahl der Toten auf mindestens 20. Nach Angaben der syrischen Staatsmedien wurden in Hama am Sonntag auch vier Soldaten bei Kämpfen getötet.