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Syrien:IS-Terroristen nehmen Teil von Oasenstadt Palmyra ein

Diese Aufnahme der antiken Oasenstadt Palmyra entstand im Jahr 2014.

(Foto: AFP)
  • Die Terror-Miliz IS soll Teile der antiken Stadt Palmyra eingenommen haben.
  • Die Ruinen gehören zum Unesco-Weltkulturerbe.
  • Der IS hatte schon zuvor wichtige historische Stätten nach der Eroberung zerstört, wie etwa die Ruinenstadt Nimrud oder wertvolle Kunstgegenstände im Museum von Mossul.

IS-Kämpfer sollen Teile Palmyras erobert haben

Kämpfer der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) haben nach Angaben von Aktivisten Teile der Antikenstadt Palmyra in der syrischen Provinz Homs unter ihre Kontrolle gebracht. Der IS kontrolliere das nördliche Stadtgebiet, es gebe heftige Gefechte, sagte der Leiter der in London ansässigen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte, Rami Abdel Rahman. Der "größte Teil des nördlichen Palmyra" sei in den Händen der Dschihadisten, sagte Rahman. Bei den Kämpfen seien mindestens 13 IS-Kämpfer getötet worden. Die Angaben wurde noch nicht von unabhängiger Seite bestätigt; am Vortag waren die Terroristen jedoch bis auf einen Kilometer an Palmyra herangerückt.

Die amtliche syrische Nachrichtenagentur Sana berichtete unter Berufung auf Militärkreise, die Regierungstruppen hätten die IS-Dschihadisten am Samstag daran gehindert, einen Hügel im Südwesten der Zitadelle zu besetzen. Die Regierungstruppen in Palmyra waren zuletzt verstärkt worden.

Weltberühmte Ruinen an der orientalischen Seidenstraße

Palmyra, dessen Bauten griechisch-römische und persische Baukunst vereinigen, ist laut der UN-Kulturorganisation Unesco eine Stätte von "überragendem universellem Wert". Die Ruinen gehören zum Unesco-Weltkulturerbe, sie sind nach Einschätzung von Experten nun akut durch den IS bedroht, der bereits in anderen antiken Stätten wie Nimrud und Hatra schwere Zerstörungen angerichtet hatte.

Palmyra gilt als eine der schönsten Ruinen-Metropolen an der orientalischen Seidenstraße, einst war sie eine wohlhabende Oasenstadt, das Scharnier zwischen Rom und Zweistromland. Heute zählt die Stätte zum Unesco-Weltkulturerbe. Palmyra erblühte im ersten und zweiten Jahrhundert nach Christus, und glänzte unter der legendären Königin Zenobia, die das Reich bis Ägypten und Anatolien ausweitete. Oft wurde Palmyra von Rom beherrscht, immer war der römische Einfluss spürbar.

Die Stätte hatte schon zuvor im vier Jahre währenden syrischen Bürgerkrieg gelitten, allerdings nicht so schlimm wie die Altstadt von Aleppo oder die Kreuzritterburg Krak des Chevaliers. Plünderer schleppten Objekte aus Gräbern oder zersägten Reliefs, um sie fortzubringen. Manches tauchte in westlichen Auktionshäusern auf, vieles nicht.

© Süddeutsche.de/AFP/dayk/mati
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