Krieg in Syrien USA rufen Herkunftsstaaten zur Rücknahme von IS-Kämpfern auf

Die Syrischen Demokratischen Kräfte feiern den ersten Jahrestag der Befreiung der nordsyrischen Stadt Raqqa.

(Foto: REUTERS)
  • Die US-Regierung hat Herkunftsländer von ausländischen Kämpfern der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) dazu aufgerufen, ihre in Syrien gefangen genommenen Staatsbürger zurückzunehmen.
  • Etwa 800 ausländische IS-Kämpfer seien in Syrien festgenommen worden.
  • In ihren Herkunftsländern sollen sie strafrechtlich verfolgt werden.

Im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien werden immer wieder auch ausländische IS-Kämpfer festgenommen. Das US-Verteidigungsministerium berichtete vor kurzem, dass die von der Kurdenmiliz YPG angeführten Syrischen Demokratischen Kräfte bislang etwa 800 ausländische IS-Kämpfer gefangen genommen hätten. Das US-Außenministerium gab in einer aktuellen Mitteilung an, dass die Kämpfer "aus Dutzenden Ländern" stammen, und rief die Herkunftsstaaten dazu auf, ihre in Syrien gefangen genommenen Staatsbürger zurückzunehmen. Dort sollen sie strafrechtlich verfolgt werden.

Auch deutsche Staatsbürger hatten sich dem IS angeschlossen. Erst vor einigen Tagen hatte die YPG nach eigenen Angaben ein deutsches Mitglied der Terrorgruppe im Osten von Syrien aufgegriffen.

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In einer Mitteilung lobte das Außenministerium die Syrischen Demokratischen Kräfte für ihr "klares Bekenntnis" dazu, beim Kampf gegen den IS ausländische IS-Kämpfer "sicher und human" gefangen zu halten. Die Terrormiliz bleibe "eine bedeutende terroristische Bedrohung", obwohl der IS den Großteil des von ihm einst gehaltenen Gebietes in Syrien und im Irak verloren habe.

US-Präsident Donald Trump hatte im Dezember den Rückzug der amerikanischen Truppen aus Syrien angekündigt, die die Syrischen Demokratischen Kräfte im Kampf gegen den IS unterstützen. Einen genauen Zeitplan legte Trump aber noch nicht vor. Die Ankündigung hat Sorgen vor einem Wiedererstarken der Terrormiliz geschürt. Die Führung der Syrischen Demokratischen Kräfte warnte davor, dass das Chaos in dem Land und ein möglicher türkischer Angriff dazu führen könnten, dass Tausende Dschihadisten aus Gefangenenlagern entkommen könnten.

Trump: "Wir werden zurückkommen, wenn wir müssen"

Laut amerikanischen Regierungskreisen wird die Rückführung Thema bei dem Treffen der Anti-IS-Koalition an diesem Mittwoch in Washington sein, an dem auch Bundesaußenminister Heiko Maas teilnimmt. Gastgeber ist US-Chefdiplomat Mike Pompeo. Ein ranghoher Mitarbeiter des US-Außenministeriums sagte, es solle sichergestellt werden, dass der IS für seine Taten zur Rechenschaft gezogen werde.

Auch das Pentagon warnte in dieser Woche vor einem möglichen Wiedererstarken des IS. Ohne entsprechenden Druck könnte die Terrormiliz "wahrscheinlich innerhalb von sechs bis zwölf Monaten wieder aufleben" und einen Teil des verlorenen Geländes zurückgewinnen, hieß es in einem Pentagon-Bericht. Im Einsatzgebiet der US-Truppen im Osten Syriens verblieben rund 2000 IS-Kämpfer.

Trump hatte in einem am Sonntag veröffentlichten Interview des Senders CBS zu einem möglichen Wiedererstarken des IS in Syrien gesagt: "Wir werden zurückkommen, wenn wir müssen. Wir haben sehr schnelle Flugzeuge, wir haben sehr gute Frachtflugzeuge." Er betonte, die USA würden Soldaten im Irak belassen. Vom Irak aus würden die USA Iran überwachen. Zugleich würden die Truppen von dort aus den IS bekämpfen, während die US-Soldaten aus Syrien "langsam" abzögen. In dem Pentagon-Bericht heißt es, der IS sei immer noch zu Offensiven in der Lage. Die Syrischen Demokratischen Kräfte kämpften weiter gegen den IS, seien aber stark auf Unterstützung der Koalition angewiesen. Die Türkei - die Teil der Koalition ist - betrachtet die YPG als Terrororganisation. In dem Bericht wird darauf verwiesen, dass die Türkei seit 2017 an keiner Bodenoperation gegen den IS teilgenommen habe.

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