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Syrien:In der Falle

Europa muss den Menschen in Idlib helfen. Sonst tut es niemand.

Nun ist es also so weit: Syrien und Russland haben die seit Langem befürchtete Großoffensive auf die letzte verbliebene syrische Rebellenhochburg Idlib begonnen. Es droht die nächste humanitäre Krise in diesem Krieg. Leidtragende sind wieder die Zivilisten, zum großen Teil Binnenflüchtlinge. Menschen, die das Trauma der Flucht, des Krieges, des Verlusts ein zweites oder gar drittes Mal erleben. Und ihre Zukunft ist völlig ungewiss: Denn es gibt kein zweites Idlib, in das die rund drei Millionen Zivilisten fliehen könnten. Sie sitzen in der Falle.

Europa muss dringend handeln - nicht nur aus dem egoistischen Antrieb, den erneuten Anstieg der Flüchtlingszahlen in europäischen Ländern zu verhindern, sondern auch, weil es sonst niemand mehr tut. Es gibt keine Alternative zu einer europäischen UN-Initiative für einen sofortigen Waffenstillstand. Die USA haben sich aus Syrien so gut wie verabschiedet. Russland und Iran können dort schalten und walten, wie es ihnen gefällt.

Die Türkei ist der einzige Nato-Partner, auf den die Europäer noch einwirken könnten. Doch die auffallende Zurückhaltung in Ankara lässt kaum Hoffnung aufkommen. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan scheint die Bevölkerung in Idlib im Stich zu lassen. Ihm geht es darum, die Kurden im Norden Syriens loszuwerden.

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