Syrien Gelbe Fahne über Baghus

Die Terrormiliz IS hat ihre letzte Bastion verloren, die Freie Syrische Armee eroberte das Zeltlager Baghus - damit ist das Kalifat Geschichte.

Die Syrischen Demokratischen Kräfte haben die Terrormiliz "Islamischer Staat" für besiegt erklärt. Das letzte vom IS in Syrien gehaltene kleine Gebiet sei befreit, gaben die von den USA unterstützten und von Kurden angeführten SDF am Samstag bekannt. Sie hissten nach wochenlangen Gefechten ihre gelbe Fahne über dem Zeltlager in Baghus, dem letzten IS-Territorium. Damit ist das Kalifat, das die Terrormiliz 2014 in den von ihr eroberten Gebieten Syriens und des Iraks ausgerufen hatte, Geschichte.

"Wir stehen hier, um den Sieg über Daesh zu verkünden", sagte SDF-Kommandeur Maslum Kobane bei einer Militärzeremonie am ostsyrischen Ölfeld Omar. Dennoch warnten die Kurden, dass der IS trotz der Niederlage noch lange nicht besiegt sei. Auch aus Sicht Frankreichs und der USA bleibt die Terrorgruppe eine Bedrohung. IS-Chef Abu Bakr al-Bagdadi ist Medienberichten zufolge untergetaucht. "Die Feiglinge werden gelegentlich wieder auftauchen, aber sie haben ihr Ansehen und ihre Macht verloren", sagte US-Präsident Donald Trump. "Sie sind Verlierer und sie werden immer Verlierer bleiben." US-Außenminister Mike Pompeo sagte: "Wir haben weiterhin Arbeit zu erledigen, um sicherzustellen, dass der radikale islamische Terrorismus nicht weiterhin wächst." Auf die Frage, ob die USA weiterhin Geld bereitstellten, um ein Wiederaufleben des IS zu verhindern, antwortete er in Libanon: "Unsere Mission hat sich nicht geändert."

Die IS-Extremisten hatten im Sommer 2014 den Höhepunkt ihrer Macht erreicht, als sie die nordirakische Millionenstadt Mossul überrennen konnten. Kurz darauf rief die Terrormiliz ein "Kalifat" unter Führung von IS-Chef Al-Bagdadi aus, der sich damals in einer Moschee Mossuls bei einer Freitagspredigt das bisher einzige Mal öffentlich zeigte. Zeitweilig herrschte der IS über ein Gebiet von der Größe Großbritanniens und über etwa acht Millionen Einwohner. Mit dem Beginn der internationalen Militärintervention unter US-Führung verlor der IS sein Herrschaftsgebiet jedoch nach und nach. Mit Unterstützung aus der Luft brachten es lokale Bodentruppen unter ihre Kontrolle.

Im Sommer 2017 konnte die irakische Armee Mossul nach monatelangen heftigen Kämpfen vollständig befreien. Im Herbst desselben Jahres verloren die Dschihadisten die nordsyrische Stadt Raqqa, die inoffizielle Hauptstadt des IS. Ende 2017 erklärte der Irak den militärischen Sieg über die Terrormiliz. Zurück bleiben zerstörte Städte und Regionen, deren Wiederaufbau Milliardensummen kosten wird. Auch wenn das Kalifat nicht mehr existiert, ist der IS weiterhin verstreut vorhanden und hat Schläferzellen in Syrien und im Irak. Auch IS-Verbündete in Ägypten, Afghanistan und anderen Ländern bleiben eine Bedrohung, genauso wie Islamisten in Deutschland und anderen europäischen Staaten.