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Syrien:Blauhelmsoldaten in Gewalt von Extremisten

Irische Blauhelmsoldaten der Undof-Mission auf den von Israel annektierten Golanhöhen.

(Foto: AFP)

43 UN-Soldaten sind nach Angaben der Vereinten Nationen in den Händen bewaffneter Gruppen. Sie sollen auf der syrischen Seite der Golanhöhen entführt worden sein. Die Geiselnehmer gehören laut Medienberichten einer islamistischen Miliz an.

  • Die Vereinten Nationen teilen mit, dass bewaffnete Gruppen im syrischen Teil der Golanhöhen 43 Blauhelmsoldaten in ihre Gewalt gebracht haben. 81 weitere sind demnach eingekesselt.
  • Hintergrund seien heftige Kämpfe zwischen der syrischen Armee und Rebellengruppen.
  • IS-Kämpfer verüben Massaker im Nordosten Syriens.

UN bemühen sich um Freilassung von 43 Blauhelmsoldaten

Bewaffnete Gruppen haben an den Golanhöhen im Süden Syriens 43 UN-Blauhelmsoldaten in ihre Gewalt gebracht. Das teilten die Vereinten Nationen am Donnerstag in New York mit. Der Vorfall habe sich am Donnerstagmorgen ereignet, als in der Region Kämpfe zwischen "bewaffneten Elementen" und der syrischen Armee gegeben habe. Man bemühe sich um ihre Freilassung der Soldaten. Weitere 81 der sogenannten Undof-Mission sind demnach an ihren Standorten eingekesselt.

Laut Medienberichten handelt es sich bei den Entführern um Mitglieder der radikalislamischen Al-Nusra-Front, des syrischen Al-Qaida-Ablegers.

Heftige Kämpfe zwischen syrischer Armee und Rebellen

Hintergrund sind den UN zufolge heftige Kämpfe in der Nähe der Stadt Kuneitra zwischen der syrischen Armee und bewaffneten Extremisten. Derzeit sind nach UN-Angaben 1223 Blauhelmsoldaten an der Mission beteiligt. Sie stammen aus Indien, Irland, Nepal, den Niederlanden, den Fidschi-Inseln und von den Philippinen.

In Syrien tobt seit mehr als drei Jahren ein Aufstand gegen Präsident Baschar al-Assad, der sich zu einem Bürgerkrieg ausgewachsen hat. An dem Aufstand beteiligen sich mehrere, teilweise untereinander verfeindete radikale Gruppen, darunter die sunnitische Miliz Islamischer Staat. Diese kontrolliert neben großen Teilen Syriens auch weite Gebiete im benachbarten Irak.

Undof-Mission seit 1974 auf Golanhöhen

Die Undof-Mission war 1974 ins Leben gerufen worden, um den Waffenstillstand zwischen Israel und Syrien zu überwachen. Schon 2013 hatten Bewaffnete mehrere Undof-Soldaten an den Golanhöhen in ihre Gewalt gebracht, sie waren unversehrt wieder freigekommen. Im Juni hatte der UN-Sicherheitsrat das Mandat bis zum 31. Dezember 2014 verlängert.

IS richtet Dutzende syrische Soldaten hin

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) verübte im Nordosten Syriens ein Massaker an gefangenen syrischen Soldaten. Die Extremisten töteten mindestens 160 Angehörige der Armee, nachdem sie am Sonntag den strategisch wichtigen Militärflughafen al-Tabka eingenommen hatten. IS behauptete, sogar 250 Soldaten getötet zu haben. Die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete, die meisten Opfer seien auf der Flucht von dem Flughafen in die Hände der Extremisten gefallen. Ein Video im Internet zeigte, wie Dutzende nur mit Unterhosen bekleidete Toten in einer langen Reihe nebeneinander auf der Erde liegen.

Der Leiter der syrischen Menschenrechtsbeobachter, Rami Abdel Rahman, sprach von einem "Kriegsverbrechen". Ein Versuch der Armee, die Soldaten zu retten, sei gescheitert. Etwa 60 weitere Soldaten der Regierung hätten in Sicherheit gebracht werden können. Der Flughafen war die letzte Bastion des Regimes in der Provinz Al-Rakka. Der UN-Menschenrechtsrat warf der Terrormiliz am Mittwoch brutalste Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor.