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Satellitenbilder:Russland verstärkt Militärpräsenz in Syrien

  • Neue Satellitenaufnahmen zeigen den Aufbau zweier Luftwaffen-Stützpunkte im Norden Syriens durch Russland.
  • Auf den Bildern sind deutlich mehr Kampfflugzeuge und -hubschrauber zu sehen als angenommen.
  • Die Vorbereitungen dienen offenbar der Verteidigung der Stadt Latakia, einer Hochburg der Alawiten, zu denen auch Machthaber Assad gehört.

Vorbereitungen für einen Militärseinsatz schreiten offenbar rasch voran

Während die russische Führung weiterhin konkrete Pläne für einen Militäreinsatz in Syrien abstreitet, schreiten die Vorbereitungen dort offenbar rasch voran. Satellitenaufnahmen, die die Militärfachzeitschrift IHS Janes am Dienstag veröffentlichte, zeigen den Aufbau zweier Luftwaffen-Stützpunkte im Norden des Flughafens von Latakia nahe der Küste.

Auf den Bildern, die auf den 21. September datiert sind, sind 28 Kampfjets zu erkennen. Bis zum Wochenende waren nur vier russische Kampfflieger in Syrien aufgefallen. Nun zählen die Experten zwölf Maschinen vom Typ Su-25, die auf den Angriff von Zielen auf dem Boden spezialisiert sind, dazu zwölf Su-24-Jagdbomber, sowie vier moderne Su-30, die sowohl zum Kampf in der Luft als auch für Angriffe auf Ziele am Boden geeignet sind. Darüber hinaus stehen sechs Kampfhubschrauber bereit, vermutlich vom Typ Ka-52.

Latakia ist eine Hochburg der Alawiten, zu denen auch Assad gehört

Diese Vorbereitungen versetzten die russischen Streitkräfte in die Lage, "Rebellen anzugreifen, die gegen die syrische Regierung kämpfen und Latakia zu verteidigen", folgern die Experten. Latakia ist eine Hochburg der Alawiten, der konfessionellen Minderheit, zu der Präsident Baschar al-Assad gehört.

Die New York Times berichtete am Mittwoch unter Berufung auf die US-Regierung von 15 russischen Helikoptern, neun T-90-Panzern und mehr als 500 Marineinfanteristen. Die Kampfjets werden demnach von mindestens zwei Luftabwehr-Einheiten begleitet. Die Boden-Luft-Raketen vom Typ SA-22 dienen einerseits zum Schutz der Luftwaffenstützpunkte. Die Terrormiliz Islamischer Staat, gegen die Moskau vorgeblich mit einer internationalen Allianz vorgehen möchte, verfügt indes über keine Luftwaffe. Die Luftabwehrsysteme könnten daher ebenso gut eingesetzt werden, um Flugzeuge der Amerikaner oder Franzosen aus dem Luftraum fernzuhalten, wenn die Regierung in Damaskus Moskau darum bittet.

Unter anderem um solche möglichen Konflikte zu vermeiden, hatten der Außen- und der Verteidigungsminister in Washington in den vergangenen Tagen das Gespräch mit ihren Kollegen in Moskau gesucht.