Für den arabischen Sender Al Jazeera war es eine Sensation, dass das älteste syrische Symphonieorchester zum Jahrestag des Assad-Sturzes in Damaskus aufspielten durfte. Da Islamisten Musik nicht schätzen oder gleich verbieten, war dies für den Al-Jazeera-Reporter ein Beweis, dass Syriens neue Machthaber keine Vertreter eines politischen Islam seien und Syrien sich auf dem richtigen Weg befinde. Das kann man so sehen, muss man aber nicht: Ein Jahr nach der jämmerlichen Flucht des Diktators Baschar al-Assad nach Moskau ist die politische Zukunft des Landes weiterhin offen.
Naher OstenSyriens starker Mann – clever und umtriebig
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Seit einem Jahr ist der einstige Islamistenführer Ahmed al-Scharaa Präsident des Landes. Bisher tritt er ziemlich clever auf – selbst in Washington und Moskau.
Von Tomas Avenarius, Berlin
