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Sydney:Australische Polizei nimmt zwei Terrorverdächtige fest

Die Polizei in Sydney ist derzeit besonders auf der Hut vor möglichen Terroranschlägen.

(Foto: AFP)
  • In Sydney wurden zwei Terrorverdächtige festgenommen. Einer von ihnen soll womöglich einen Anschlag auf Regierungseinrichtungen geplant haben.
  • In Australien gilt seit September erhöhte Terrorwarnstufe, die Polizei führt seitdem Razzien durch.
  • Erst vor einer Woche hatte ein Islamist in einem Café in Sydney 17 Geiseln genommen. Die Tat wurde jedoch nicht als Terroranschlag eingestuft.

Australische Polizei nimmt zwei Terrorverdächtige fest

Mehr als eine Woche nach der dramatischen Geiselnahme in Sydney haben Anti-Terror-Ermittler in der australischen Metropole zwei Männer festgenommen, ein Richter hat außerdem angeordnet, dass sie in Untersuchungshaft genommen werden. Die Männer sind 20 und 21 Jahre alt. Nach Angaben des stellvertretenden Chefs der Bundespolizei, Michael Phelan, wurden in den bei dem 20-Jährigen beschlagnahmten Unterlagen Regierungseinrichtungen als potenzielle Ziele genannt. Diese hätten sich allesamt in Sydney befunden. Dem zweiten Verdächtigen, einem 21-jährigen Mann, wurde vorgeworfen, gegen eine von einem Richter erlassene Kontrollverfügung verstoßen zu haben. Diese kann nach australischem Recht unter anderem erlassen werden, um einen Anschlag zu verhindern: Sie soll beispielsweise einen Verdächtigen daran hindern, Australien zu verlassen oder mit bestimmten Leuten in Kontakt zu treten. Weitere Details wollte Phelan zunächst nicht nennen. Er zeigte sich aber "zuversichtlich", dass die Festnahmen alle Planungen zunichte gemacht hätten.

Erhöhte Terrorwarnstufe in Australien

In Australien gilt seit September die zweithöchste Terrorwarnstufe. Hunderte Beamte führten Razzien durch und vereitelten nach Angaben der Polizei unter anderem Pläne für eine Enthauptung auf australischem Boden. Seit September sind demnach elf Menschen wegen Terrorverdachts angeklagt worden. Die australischen Ermittler haben laut Phelan seitdem eine Gruppe von 15 bis 20 Verdächtigen im Visier, deren "Ideologie mit dem IS zusammenhängt". Einige von ihnen müssten sich wegen "ernster terroristischer Vergehen" verantworten, sagte er. Regierungschef Tony Abbott warnte am Dienstag, die Geheimdienste stellten erhöhte Aktivitäten mutmaßlicher Terrorsympathisanten fest. Auch er betonte aber, dass es keine Anzeichen für unmittelbare Gefahr gebe.

Geiselnahme in einem Café in Sydney

Vergangene Woche hatte der iranische Islamist Man Haron Monis in einem Café im Zentrum Sydneys 17 Menschen in seine Gewalt gebracht. Nach 16 Stunden stürmte die Polizei das Lokal. Zwei Geiseln und der Täter kamen ums Leben. Die Tat des vorbestraften Islamisten wurde offiziell nicht als Terrorangriff eingestuft, und Abbott lehnte jede Spekulation über eine mögliche neue Bedrohung ab. Direkte Verbindungen zwischen Monis und der Gruppe von Verdächtigen gibt es nach den Worten des stellvertretenden Polizeichefs nicht. Doch seit der Geiselnahme tausche auch sie sich vermehrt aus, sagte er. "Die Gruppe steht nun schon seit längerem unter Beobachtung und wir wollen sichergehen, dass wir ihren Aktionen stets zuvorkommen", sagte Phelan weiter.

© Süddeutsche.de/afp/dpa/mahu
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